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CeBIT 2006: AMD & Intel - 1/7
15.03.2006 by doelf & trebar
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Unsere siebte Station ist der Stand von AMD. Hier treffen wir Jan Gütter und Aaron Feen, Director Digital Media, die uns zunächst über "AMD LIVE!" aufklären. Die achte Station unseres CeBIT Besuches ist Intel, wo uns Christian Anderka, Pressereferent von Intel Deutschland, einige Produkte auf Basis von Intels Viiv Technologie demonstrierte. Um unseren Lesern mehr als nur Presseinformationen bieten zu können, werden wir AMD und Intel dieses Jahr im Doppelpack abhandeln und die neuen Techniken gegenüberstellen.
Das Wohnzimmer bzw. die dort beheimatete Unterhaltungselektronik ist ein attraktiver Markt für CPU-Hersteller, denn was die Stereoanlage und der Fernseher können, das kann ein Multimedia PC ebenfalls - und noch viel mehr. Doch stellt sich die Frage, ob der Käufer seinen 35 € DVD-Player und den 40 € DVB-T-Empfänger gegen einen schicken Computer für 1000 € eintauschen würde.
CeBIT 2006: AMD & Intel - 2/7
15.03.2006 by doelf & trebar
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Intel Viiv
Intel verfolgt mit Viiv genau dieses Konzept: Ein PC soll sich um den Multimediakonsum kümmern, dieser kann dabei die Form eines kompakten Mini-Barebones oder Book-PC haben, aber auch klassischen HiFi-Geräten gleichen oder gleich im Fernseher integriert sein.
Das Herz dieses Konzeptes ist immer ein Viiv zertifizierter PC, der die Medien des Benutzers verwaltet, mit dem man TV-Programme, Filme oder Musik von den Anbietern digitaler Inhalte herunterladen und abspielen kann, der aber auch das normale TV-Signal empfängt und aufzeichnet sowie "harte" Medien wie CDs oder DVDs wiedergibt. Dabei achtet die Intel Digital Media Infrastructure (DMI) darauf, daß der Benutzer seine Medien so flexibel wie möglich nutzen kann, dabei aber auch die Vorgaben des Digital Rights Management (DRM) einhält. Mit dem Viiv PC werden DVD-Player, -Rekorder, Hi-Fi-Anlage und Verstärker überflüssig - sagt Intel. Als High-End Purist kräuselt sich hierbei meine Stirn, aber ich bin auch nicht Intels Zielgruppe.
Nichts Neues, mag so mancher nun denken und ganz falsch ist dieser Gedanke sicher nicht. Seit Jahren soll der PC eine Revolution im Wohnzimmer starten, seit Jahren gibt es einige wenige Hersteller, die sich an das Thema mehr oder minder gut heranwagen und seit Jahren basteln findige Computernutzer ihre Multimediazentralen im Eigenbau. Das neue an Viiv ist, daß Intel für das Viiv-Logo gewisse Mindestanforderungen an die Hardware, Software sowie die Anbieter digitaler Inhalte stellt. Somit wird sichergestellt, daß das Multimediaerlebnis nicht nur aus Treiberproblemen und Bluescreens besteht. Eine zweite Neuerung betrifft die Hardware: Stromsparende Doppel-Kernprozessoren bieten auf der einen Seite viel Rechenkraft, erlauben andererseits aber auch kompakte und vor allem leise PCs auf Basis von Microsofts Windows XP Media Center Edition. Und eines darf man nicht unterschätzen: Da Intel hinter Viiv steht, wird das Konzept nun auch endlich in der Industrie ernst genommen und entsprechende Hardware angeboten.
CeBIT 2006: AMD & Intel - 3/7
15.03.2006 by doelf & trebar
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AMD LIFE!
AMD LIFE! tritt ebenfalls mit dem Ziel an, den Zugriff auf multimediale Inhalte durch Einsatz des PC zu erleichtern, allerdings sieht AMD nicht die Notwendigkeit, einen neuen PC als Herzstück für dieses Konzept ins Wohnzimmer zu stellen - dieser kann nämlich genauso gut im Arbeitszimmer stehen. Auch wenn AMD Wert darauf legt, daß AMD LIVE die existierende Infrastruktur aufwerten und vernetzen soll, ist damit in erster Linie traditionelle Unterhaltungselektronik, also die Stereo- oder Heimkino-Anlage inklusive Fernseher, gemeint. Diese sollen sich in Zukunft mit dem PC unterhalten können und der PC spendiert ihnen im Gegenzug neue Funktionen. Realisiert wird dies z.B. über eine Set Top Box, wie sie AMD in Zusammenarbeit mit STMicroelectronics anbietet.
Diese fungiert als Schnittstelle zu digitalen Inhalten auf dem lokalen AMD LIFE! PC oder von Mediendiensten im Internet. Der PC verwaltet die Multimediadaten und verteilt sie je nach Bedarf ins Wohnzimmer, Schlafzimmer oder das Hotel in Alice Springs, in dem man gerade seinen Urlaub verbringt. Für eine schnelle Suche und eine übersichtliche Aufbreitung der Navigationsmenüs auf dem Fernseher liefert der PC das entsprechende Bild über die Set Top Box - man könnte den AMD LIFE! PC somit als Media-Server betrachten und die Set Top Box als Media-Client. Während der AMD LIFE! PC also auch ein richtig bulliger Rechenknecht unter einem Schreibtisch sein darf, ist die leise und stromsparende Set Top Box perfekt für den Wohnzimmereinsatz geeignet.
Braucht man für AMD LIFE! einen neuen PC? Nun ja, es geht darum, neue Märkte zu erobern und so etwas funktioniert über den Verkauf der eigenen Produkte. Da AMD einen hauseigenen Doppelkern Prozessor, ein "AMD LIFE! Ready" Mainboard für den Sockel AM2, Serial-ATA Festplatten, einen Multinorm DVD-Brenner, mindestens 1 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie ein hocheffizientes Netzteil und Windows Vista Kompatibilität fordert, lautet die Antwort "Ja, man braucht einen neuen PC". Bis Vista fertig ist, setzt auch AMD auf Microsofts Windows XP Media Center Edition.
CeBIT 2006: AMD & Intel - 4/7
15.03.2006 by doelf & trebar
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AMDs Sockel AM2 (Athlon, Sempron)
Im Sommer sind sie wieder alle vereint: AMD Sempron, AMD Athlon 64, AMD Athlon 64 X2 und AMD Athlon 64 FX Prozessoren bekommen mit dem Umstieg zum Sockel AM2 wieder eine gemeinsame Heimat. Als Intel mit dem Wechsel zur PCI-Express Plattform auch den Umstieg zu DDR2 vollzog, wartete AMD erst einmal ab. Zum einen war DDR2-Speicher damals noch recht teuer, zum anderen brachte er auch keine Leistungsgewinne. Ach ja, da war noch eine dritte Kleinigkeit: AMD mußte neue Prozessoren und einen neuen Sockel entwickeln, denn da der Speichercontroller der K8-Familie in der CPU zu finden ist, ist ein solcher Wechsel ein wenig aufwendiger. Nun gut, der Sockel AM2 und die passenden CPUs mit DDR2-Unterstützung sollen zur Computex im Juni erscheinen, DDR2 kostet heute auch nicht mehr als DDR1 - bleibt nur noch die Frage der Leistungsgewinne.
AMD und einige Mainboard-Hersteller bestätigten Leistungsgewinne im Zusammenspiel mit DDR2-667 und sogar noch etwas mehr Performance beim Einsatz von DDR2-800. Diese Zuwächse sollen zwar keine Revolution, aber dennoch ganz ordentlich sein. Andere Hersteller erzählten uns von geringfügigen Zugewinnen, allerdings sind derzeit weder Mainboards, noch CPUs oder Chipsätze in der finalen Version vorhanden, so daß solche Einschätzungen mit Vorsicht zu genießen sind.
Eine weitere Neuerung wird AMDs Virtualisierungs-Technologie sein, auf die wir später noch genauer eingehen wollen. Auf der CeBIT sahen wir sehr viele AM2 Mainboards, das war auch zu erwarten. Wie es aussieht, sind die neuen PCs eine sinnvolle Weiterentwicklung, aber keinesfalls eine Revolution. Auch den Schritt zur 65 nm Fertigung muß AMD erst noch vollziehen.
AMDs Sockel F (Opteron)
Auch der AMD Opteron bekommt ein neues zu Hause sowie AMDs Virtualisierungs-Technologie und DDR2-Unterstützung (Registered), dies aber erst im Herbst. Der Sockel F erinnert dabei an Intels LGA775 und ist ein 1207-Pin Organic Land Grid Array (LGA) - die zukünftigen Opterons werden also keine Beinchen mehr haben. Dafür bekommen sie vier Kerne, allerdings werden die Quad-Cores erst 2007 auf den Markt kommen. Sockel F Mainboards brauchen lediglich ein BIOS-Update, um die Vier-Kern-CPUs ansprechen zu können.
Hier zwei Sockel F Mainboards von Gigabyte mit einem Chipsatz von Serverworks...
...und Tyans Thunder K9WE (S2915) mit NVIDIAs MCP55, IO55 sowie NEC uPD720404. Das K9WE bietet vier PCI-Express Slots für Grafikkarten, zwei davon werden mit je 16 Lanes angesprochen, die beiden weiteren mit jeweils 8 Lanes.
Neben sechs Serial-ATA 3 Gb/s Ports hat das Thunder K9WE auch noch 8 SAS-Anschlüsse. SAS steht für "Serial Attached SCSI", also die serielle Weiterentwicklung von SCSI. An einem SAS-Anschluß können sowohl SAS-Festplatten als auch SATA-Modelle betrieben werden. Dual-Gigabit-LAN gibt es auf diesem Mainboard ebenfalls.
AMDs Sockel S (Turion)
Im Notebook-Sektor hält nun auch bei AMD der Dual-Core Einzug, mit dem Turion 64 X2 kommen zudem DDR2-Unterstützung, AMDs Virtualisierungs-Technologie, Multi-Core Power Management und Dynamic Thermal Management. Einige Turion-Notebooks, die man auf der CeBIT sah, entpuppten sich bei näherem Hinsehen als Doppel-Kern Modelle.
CeBIT 2006: AMD & Intel - 5/7
15.03.2006 by doelf & trebar
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Intels Core Mikroarchitektur
Die Netburst-Architektur des Pentium 4 hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt, dennoch ist es für Intel an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen. AMD liefert seit dem Wechsel zur 90 nm Fertigungstechnologie in Bezug auf den Stromverbrauch sehr sparsame Prozessoren und obwohl Intel den Stromverbrauch seit der ersten Prescott-Generation deutlich senken konnte, hat Intel hier weiterhin Nachholbedarf. Mit dem Wechsel zur Core Mikroarchitektur vereint Intel die Vorteile der Pentium M Schiene mit denen der Netburst-Architektur. Grob geschätzt verspricht sich Intel 40% mehr Leistung bei gleichzeitig 40% weniger Stromverbrauch.
Die neuen CPU-Familien sind Merom (Notebook), Conroe (Desktop) sowie Woodcrest (Server). Zu den Optimierungen der Core Mikroarchitektur zählen:
Ein wichtiger Punkt ist hierbei der Advanced Smart Cache. Intel hat den Cache für den Multi-Core-Betrieb optimiert, die CPU-Kerne teilen sich den Cache und können daher beide auf alle dort zwischengespeicherten Daten zugreifen. Verwendet jeder Kern seinen eigenen Cache, so kann es vorkommen, daß Daten doppelt hinterlegt werden müssen oder Daten zwar dem einen Kern im Cache vorliegen, diese jedoch gerade von einem anderen Kern benötigt werden. Zudem können sich die Kerne die gerade von ihnen benötigte Cache-Größe dynamisch aufteilen. Insbesondere in Hinblick auf CPUs mit vier oder mehr Kernen ist eine clevere Cache-Auslastung ein wichtiges Thema.
Intel zeigte auf der CeBIT eine Demonstration einer Conroe CPU sowie ein Dual-System mit zwei Quad-Core Clovertowns, auf denen acht Threads zeitgleich liefen.
Intels Broadwater Chipsatz (P965)
Der Permium-Chipsatz Intel 975X wurde bereits im November präsentiert, der Broadwater - P965 - läßt hingegen noch auf sich warten. Der Chipsatz wird DDR2-800 unterstützen und mit Intels Southbridge ICH8 kombiniert werden. Diese bringt sechs Serial-ATA 3 Gb/s Ports sowie zehn USB 2.0-Anschlüsse, die Zeit für P-ATA ist mit dem Erscheinen des P965 bei Intel jedoch abgelaufen. Mainboards wie das Abit AB8 Pro oder das Biostar TForce P965 greifen daher auf P-ATA Controller von Drittanbietern zurück:
Der P965 Chipsatz verfügt über AMT mit Circuit Breaker Funktionalität. Intels Active-Management-Technologie (AMT) speichert Hardware- und Softwaredaten in einem nicht flüchtigen Speicher. Auf diese Weise können die Bestandsdaten sebst bei den PCs erfaßt werden, die zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb sind. Eine Fernwartung ist dank AMT auf keine lokale Software angewiesen. Meldungen und Protokolldaten helfen dabei, Probleme auch aus der Ferne zu analysieren und dadurch Ausfallzeiten zu minimieren. Mit dem Circuit Breaker ist es möglich, Angreifer zu blockieren und infizierte Systeme unter Quarantäne zu stellen.
CeBIT 2006: AMD & Intel - 6/7
15.03.2006 by doelf & trebar
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Virtualisierung
"Pacifica" heißt nun AMD Virtualisierungs-Technologie. "Vanderpool" heißt nun Intel Virtualisierungs-Technologie. Ziel beider Technologien ist es, aktuelle PCs stabiler, sicherer und kompfortabler zu machen. Schon vor der Einführung der hardwarebasierenden Virtualisierung war es möglich, auf der Softwarebene verschiedene Betriebssysteme auf einem einzigen PC zeitgleich zu verwenden. Hierdurch lassen sich kritische Aufgaben - z.B. eine Firewall - in einen virtuellen PC auslagern, auf dem Hacker keinen Schaden anrichten konnten. Allerdings kostet eine solche Software-Lösung immer Leistung und Resourcen. Mit hardwarebasierender Virtualisierung kann ein und der selbe PC zeitgleich und mit ansprechender Leistung z.B. Windows XP als Arbeitsumgebung, Linux als Firewall und Virenfilter sowie Windows XP Media Center Edition als Media-Server fahren.
Intel führte seine Virtualisierungs-Technologie bereits im November mit den beiden Prozessoren Pentium 4 672 und 662 ein, bei AMD müssen wir uns noch bis zum Sockel AM2 gedulden.
CeBIT 2006: AMD & Intel - 7/7
15.03.2006 by doelf & trebar
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Ultra Mobile PCs
Ein neuer Trend könnten UMPCs, die Ultra Mobile PCs, werden. Diese Geräte sind größer als PDAs und kleiner als Notebooks, sie kosten zwischen 700 und 1000 €, bieten herkömmliche PC-Schnittstellen wie USB, Audio-Ausgänge und Monitoranschluß und arbeiten mit Windows XP. Somit lassen sich beliebige Windows-Programme auf solchen Geräten ausführen, aber auch als portabler Multimedia-Center oder Navigationsgerät sind sie geeignet.
Zum Abschluß eine Auswahl von UMPCs auf Intel-Basis:
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