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Arctic Cooling NV Silencer 5 - 1/6
28.11.2004 by doelf
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Vor einer Woche testeten wir den Arctic Cooling ATI Silencer 1 auf unserer Powercolor Radeon 9800Pro und waren recht beeindruckt: Der Kühler arbeitet leise und effektiv, zudem ließ er sich problemlos montieren - zumindest auf unserer Testkarte. Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Testberichtes meldeten sich etliche Benutzer und Händler, die mit dem Arctic Cooling ATI Silencer 1 erhebliche Probleme hatten. Wir sahen uns die Problemstellen nochmals an und probierten die Montage auf anderen Grafikkarten, die das selbe Layout verwenden. Dabei zeigte sich, daß sich Arctic Cooling das Leben selber schwer gemacht hat: Der Abstand zum Lüfteranschluß ist zu knapp bemessen und oberhalb des Taktgebers reicht die Bodenplatte des Luftkanals zu tief herunter. Aus diesem Grund liegt der Kühler nicht immer vollständig auf dem Grafikchip auf, was nicht nur die Kühlleistung senkt, sondern auch die Lebensdauer der Grafikkarte beeinträchtigen kann. Wir zogen die Wertung für den Arctic Cooling ATI Silencer 1 aus diesem Grund zurück.
Arctic Cooling NV Silencer 5
Heute möchten wir uns den Arctic Cooling NV Silencer 5 für Grafikkarten mit GeForce 6800LE, 6800, 6800GT und 6800 Ultra GPUs ansehen und feststellen, ob dieser VGA-Kühler seine Aufgabe besser erledigt. Als Testkarte steht dem Kühler eine echte Herausforderung zur Seite, die MSI NX6800Ultra:
Der Referenzkühler auf unserer MSI NX6800Ultra besteht aus vier Einzelteilen und läßt sich leicht demontieren. Auf der Rückseite verhindert eine Metallplatte, daß Kühler-Gewicht und Verschraubung die empfindliche Platine verbiegen:
Wie der Arctic Cooling NV Silencer 5 so benötigt auch der verbaute Referenzkühler von NVIDIA zwei Slots. Der Radiallüfter des Referenzkühlers saugt Luft an und preßt diese durch einen leichten Aluminiumkühlblock. Die Speicherchips wurden mit einer dicken Paste versehen, die eher an Dichtungsmaterial als an Wärmeleitmittel erinnert. Leider befördert der Lüfter die heiße Abluft nicht hinten aus dem Gehäuse heraus, sondern vielmehr in Richtung Gehäusevorderseite.
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28.11.2004 by doelf
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Konstruktion
Der Arctic Cooling NV Silencer 5 verwendet einen 72 mm Lüfter mit Keramiklager, der sich mit 2000 Umdrehungen pro Minute dreht und dabei maximal 0,9 Sone erreichen soll. Arctic Cooling setzt auf eine Technik namens DHES (Direct Heat Exhaust System), damit ist schlicht und einfach gemeint, daß der Lüfter die Luft im Gehäuse anzieht, durch den Kühlkörper drückt und sie dann durch einen Luftkanal auf der Rückseite des PC herausgeführt wird. Da sich der Lüfter zudem zur Gehäusevorderseite orientiert, wird er nicht so schnell von PCI-Karten behindert.
Das Gewicht des Kühlers beträgt 430 Gramm. Während der eigentliche Kühlkörper für die GPU aus Aluminium besteht, stellt eine 2,5 mm dicke Kupferplatte den Kontakt zu GPU und Speicherchips her.
Der Kühler wird mit 4 Schrauben befestigt, allerdings setzt Arctic Cooling hierbei keine Konterplatte ein. Somit lastet das Gewicht des Kühlers und der Druck der Verschraubung auf der Platine, bei einem 10-Layer PCB ist dies keinesfalls eine ideale Lösung!
Montage
Bei der Montage entfernt man zunächst die Wärmeleitpads vollständig von den Speicherchips und reinigt diese gründlich (z.B. mit Alkohol), danach säubert man den Grafikchip mit höchster Sorgfalt. Nun trägt man die mitgelieferte Wärmeleitpaste auf GPU und Speicherchips auf, schließt den Lüfter an, steckt die Karte auf die vier Gewinde, zieht die Gummiringe über die Gewinde und verschraubt den Kühler, indem man abwechselnd und über Kreuz die einzelnen Schraubköpfe anzieht.
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Temperaturmessungen
Zu Anfang machten wir gleich zwei Fehler: Wir trugen die Wärmeleitpaste dünn auf und zogen die Schraubköpfe nicht auf Biegen und Brechen an. Nun mag man denken, dies wäre ein Sinnvolles Vorgehen, doch das Ergebnis war eine mieserable Kühlleistung. Die Karte schaltete binnen Minuten unter 3D Applikationen ab. Beim zweiten Versuch nahmen wir mehr Wärmeleitpaste und drehten die Schrauben bis die Gummi-Abstandhalter platt waren. Nun lief die Karte zwar stabil, doch die Kühlleistung war immer noch schlechter als mit dem Referenzkühler - und dieser ist wahrlich kein Meisterwerk!
| Temperatur Core: 2D (niedriger ist besser) | ||
| Standard | 53 | |
| NV Silencer 5 | 60 | |
| Temperatur Ambient: 2D (niedriger ist besser) | ||
| Standard | 34 | |
| NV Silencer 5 | 36 | |
| Temperatur Core: 3D (niedriger ist besser) | ||
| Standard | 63 | |
| NV Silencer 5 | 67 | |
| Temperatur Ambient: 3D (niedriger ist besser) | ||
| Standard | 45 | |
| NV Silencer 5 | 47 | |
Wie man sieht, sind die Ergebnisse des Arctic Cooling NV Silencer 5 durch die Bank schlechter als die des Standard Kühlers. Der Betrieb einer GeForce 6800 Ultra ist bei einer Raumtemperatur von 25°C zwar problemlos möglich, dennoch erscheint es uns seltsam, daß der Kühler nicht mehr leistet. Wie schon beim Arctic Cooling ATI Silencer 1 sind die Probleme des Kühlers hausgemacht!
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28.11.2004 by doelf
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Troubleshooting
Nein, es lag nicht an der Slotblende ;-)
Das Bild zeigt dennoch ein Problem, mit dem die Besitzer einer GeForce 6800 Ultra bei der Montage des Silencer 5 zu kämpfen haben: Ihre Karten werden mit einem Doppelslotblech geliefert, das untere ist dabei vollständig geschlossen. Arctic Cooling legt aber nur ein einzelnes Slotblech als Luftauslaß bei. Somit muß entweder das Slotblech der Grafikkarte in ein 1-Slot-Dual-DVI Modell getauscht werden oder die Abdeckung für den zweiten Slot weggeschnitten werden. Egal wie man es dreht und wendet, es muß gebastelt werden!
Für unseren Test (offener Aufbau) haben wir das Slotblech schlicht und einfach demontiert.
Arctic Cooling NV Silencer 5 - 5/6
28.11.2004 by doelf
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Doch das Slotblech ist nicht das einzige Problem: Der Abluftkanal kommt sich mit dem Lüfteranschluß in die Quere! Bei unserer Testkarte mußten wir vor dem Verschrauben des Kühlers den Luftkanal mit Gewalt am Lüfteranschluß vorbeiquetschen, ansonsten saß der Silencer 5 an dieser Stelle auf und die GPU hatte keinen vollflächigen Kontakt:
Mit einem Cutter könnte man diese Engstelle leicht beseitigen, aber wir erwarten Geräte, die sich ohne solche Eingriffe verbauen lassen. Doch es geht noch weiter, eine weitere Engstelle besteht oberhalb der Stromversorgung:
Der von MSI an dieser Stelle eingesetzte Kühlkörper ist ein wenig zu hoch, auch hier liegt der Silencer 5 auf. Ein optimaler Druck auf GPU und Speicherchips kann somit gar nicht aufgebaut werden, und trotz gute Wärmeleitpaste und Kupferplatte kommt es folglich zu solch mäßigen Ergebnissen. Da MSIs NX6800 Ultra das Referenzdesign von NVIDIA verwendet, dürften im Zusammenspiel mit dem NV Silencer 5 etliche Grafikkarten ihre Probleme haben.
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28.11.2004 by doelf
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Fazit
Der Arctic Cooling NV Silencer 5 gleicht dem Arctic Cooling ATI Silencer 1 in vielen Punkten: Es handelt sich um einen durchdachten Kühler, der leicht zu montieren ist und deutlich leiser als die Standardkühler der Referenzdesigns arbeitet. So weit, so gut.
Doch die beiden Modelle haben leider auch noch eine andere Gemeinsamkeit: Unnötige Engstellen behindern - oder verhindern gar - die Montage, der Kühler liegt unter Umständen nicht vollstädig auf und es besteht dann die Gefahr, daß die Grafikkarte durch Überhitzung gefährdet wird. Zudem fehlt dem Silencer 5 das passende Soltblech für GeForce 6800 Ultra Grafikkarten.
Alle Kritikpunkte lassen sich mit ein wenig Bastelarbeit beheben, doch all diese Kritikpunkte hätte Arctic Cooling von vorne herein vermeiden können, indem man ein wenig mehr Spielraum zu den kritischen Bauteilen gelassen hätte. Betrachtet man die Probleme, dann kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, daß die schweizer Ingenieure ihre Daten stur aus den CAD-Dateien der Refrenzplatinen abgemessen haben. Ein kleiner Zuschlag beim Festlegen der Abstände, hätte hier Wunder gewirkt!
Am Ende bleibt uns nur festzustellen, daß auch dieser Kühler auf einige Karten passen wird, auf andere jedoch nicht. Da man bei der Montage des Kühlers die Garantie der Grafikkarte verliert und zudem deren Beschädigung riskiert, werden wir auch diesmal keine Kaufempfehlung aussprechen. Unerschrockene Bastler, die unbedingt einen leiseren Kühler haben wollen, wird das kaum abschrecken. Doch die wissen dann ja auch (hoffentlich) was sie tun. Es bleibt nur noch der Preis zu erwähnen und der liegt bei 21,50 Euro.
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