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ASRock ALiveSATA2-GLAN vs Foxconn WinFast K8T890M2AA - 1/17
17.11.2006 by doelf
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Nachdem wir uns bereits vier Mainboards zwischen 100 und 200 € für den Sockel AM2 angesehen haben (ASUS M2N32-SLI Deluxe WiFi, Biostar TForce 590 SLI Deluxe, MSI K9N SLI Platinum und MSI K9A Platinum), ist die Zeit reif, ein paar preiswertere Modelle vorzustellen. Heute testen wir zwei Hauptplatinen auf Basis des VIA K8T890 Chipsatz an, die im Handel zwischen 60 und 70 Euro zu finden sind. Es handelt sich hierbei um das ASRock ALiveSATA2-GLAN und das Foxconn WinFast K8T890M2AA.

VIAs K8T890 Northbridge und die VT8237 Southbridge sind alte Bekannte. Bereits im Januar 2005 konnten wir diesen Chipsatz auf dem Asus A8V-E Deluxe begutachten und obwohl AMD (ATi) und NVIDIA derzeit mehr Funktionen bieten, hat der VIA K8T890 eine Existenzberechtigung. So unterstützen VIAs Treiberpakete auch heute noch Windows 95, 98, 98SE, ME und NT, während sich AMD (ATi) und NVIDIA auf Windows XP beschränken und bei manchen Produkten sogar die Windows 2000 Treiber einsparen. Auch die Besitzer von optischen Laufwerken und Festplatten mit einem P-ATA Anschluss sollten Mainboards mit VIA Chipsatz ins Auge fassen, denn hier findet man noch einen 2-Kanal Controller für vier ATA133-Geräte.

Als AMD 2005 seine ersten Dual-Core Prozessoren auf den Markt brachte, war der VIA K8T890 der einzige Chipsatz, der am zweiten Kern scheiterte. Die aktuelle Revision des Chipsatzes hat solche Probleme nicht mehr, wir haben alle Tests ausschließlich mit Doppel-Kern Prozessoren durchgeführt. VIAs Northbridge verfügt über 20 PCI-Express Lanes, welche auf fünf Geräte verteilt werden können. Hierbei spricht VIA von der "Flex Express Architektur", doch so flexibel ist die Verteilung der PCI-Express Lanes dann doch nicht. An anderer Stelle erklät VIA, die Northbridge unterstütze eine PCI-Express x16-Grafikkarte sowie vier PCI-Express x1-Geräte. Dies entspricht dann auch den Umsetzungen, welche wir bisher auf Mainboards vorgefunden haben.

VIA verbindet North- und Southbridge mit dem hauseigenen Ultra V-Link, welcher bis zu 1066 MByte in der Sekunde bewältigen kann. Die beiden Mainboards, welche wir uns heute ansehen werden, verwenden VIAs VT8237 Southbridge. Der Nachfolger dieses Chips, die VT8251, ist zwar schon seit einiger Zeit verfügbar, doch die meisten Hersteller meiden die neue Southbridge. Als Neuerungen hat die VT8251 vier Serial-ATA 3 Gb/s Ports, RAID 5 Unterstützung sowie High-Definition Audio an Bord, allerdings ist dieser Chip nicht Pin-kompatibel zum VT8237 und kostet auch mehr. Da VIA Chipsätze fast nur noch auf preiswerten Mainboards zu finden sind, verzichten die Hersteller auf SATA 3 Gb/s und greifen auch weiterhin zur VT8237.

Doch auch die VT8237 ist nicht mehr das, was sie einmal war: VIA bietet heute zwei Varianten an, die VT8237R Plus und die VT8237A, wobei letztere High-Definition Audio beherrscht. Ansonsten sind die Eckdaten identisch: Beide Chips bieten acht USB 2.0 Ports und 10/100 MBit-LAN, es gibt zwei Serial-ATA 1,5 Gb/s Anschlüsse und zwei P-ATA Kanäle für bis zu vier ATA133-Geräte. Der Serial-ATA Controller beherrscht RAID 0, RAID 1 und JBOD. Gigabit-LAN sowie weitere Serial-ATA Ports können im Zusammenspiel mit Zusatzchips angeboten werden, doch diese finden selten Verwendung. Kein Zweifel, VIA bietet mit dem K8T890/VT8237 keine Raffinessen für Feinschmecker, doch die solide Hausmannskost sollte den meisten Benutzern voll und ganz ausreichen.

DDR2-800 und der Timing Mode
AMDs "BIOS and Kernel Developer's Guide for AMD NPT Family 0Fh Processors" gibt für den Speicher-Controller der aktuellen AM2-Prozessoren erfreulicherweise den DDR2-800 Betrieb mit vier Speicherriegeln frei. Allerdings wird bei 400 MHz Speichertakt (DDR2-800) kein Timing Mode von 1T unterstützt - die berühmte und berüchtigte 1T Command Rate führt im Zusammenspiel mit DDR2-800 Speicher daher fast immer zu Instabilitäten.

Speicher A1+B1 A2+B2 Timing
DDR2-400 - belegt 1T
DDR2-400 belegt belegt 2T
DDR2-533 - belegt 1T
DDR2-533 belegt belegt 2T
DDR2-667 - belegt 1T
DDR2-667 belegt belegt 2T
DDR2-800 - belegt 2T
DDR2-800 belegt belegt 2T

Speichertakt: Von Wünschen und Tatsachen
Mit der Steigerung des Speichertaktes auf bis zu 400 MHz (DDR2-800) bekam der Speichercontroller der AM2-Prozessoren mit seinen ganzzahligen Teilern ein Problem: Die Taktraten der verschiedenen Prozessoren lassen zumeist nicht den vollen Takt von DDR2-533, DDR2-677 und DDR2-800 zu. Doch wie kommt man an den Multiplikator? Man nehme den CPU-Takt und teile ihn durch den gewünschten Speichertakt. Hat dieses Ergebnis Nachkommastellen, rundet AMD immer zum nächsthöheren, ganzzahligen Wert auf (Ceil-Funktion). Dieser Wert ist der Multiplikator. Da der Multiplikator aufgerundet wird, kommt es bei zahlreichen Konfigurationen zu einem niedrigeren Speichertakt als gewüscht.

Ein Beispiel: Da alle X2 3800+ Modelle mit 2 Ghz arbeiten, kommen sie perfekt mit DDR2-400, DDR2-667 und DDR2-800 zurecht, lediglich bei DDR2-533 fehlen 16 MHz auf den Wunschtakt:

  • CPU-Takt 2000 MHz:
    • DDR2-400 gewünscht: 2000 / 200 = 10
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 10 = 200 MHz (DDR2-400)
    • DDR2-533 gewünscht: 2000 / 266,66 = 7,50
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 8 = 250 MHz (DDR2-500)
    • DDR2-667 gewünscht: 2000 / 333,33 = 6
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 6 = 333 MHz (DDR2-666)
    • DDR2-800 gewünscht: 2000 / 400 = 5
      => tatsächlicher Speichertakt: 2000 / 5 = 400 MHz (DDR2-800)

Die im 65 nm Prozess gefertigten Modelle beherrschen halbe Teiler für den Prozessortakt. Zur Einführung dieser Prozessoren Ende 2006 hatten wir AMD die Frage gestellt, ob diese halben Teiler auch für den Speichertakt verwendet würden, um durch feinere Schritte näher an den Idealtakt heranzukommen. Dies wurde uns damals zwar bestätigt, doch in Ermangelung einer entsprechenden CPU konnten wir die tatsächlichen Taktraten nie nachstellen. Erst im Juli 2007 veröffentlichte AMD die Revision 3.08 seines "BIOS and Kernel Developer’s Guide", in der wir zu unserer Überraschung eine Tabelle fanden, welche die Speichertaktraten in Abhägigkeit vom Prozessortakt dokumentiert. Dort zeigt sich, dass auch die 65 nm Prozessoren ganzzahlige Teiler nutzen und sich daraus sehr ungünstige Speichertakte - insbesondere für DDR2-800 - ergeben.

CPU-Takt
in MHz
Speichertakt in MHz
200 266 333 400
1600 (90 nm) 200 266 320 320
1800 (90 nm) 200 257 300 360
1900 (65 nm) 190 238 317 380
2000 (90 nm) 200 250 333 400
2100 (65 nm) 191 263 300 350
2200 (90 nm) 200 244 314 366
2300 (65 nm) 192 256 329 383
2400 (90 nm) 200 266 300 400
2500 (65 nm) 192 250 313 357
2600 (90 nm) 200 260 325 371
2600 (65 nm) 200 260 325 371
2800 (90 nm) 200 255 311 400
3000 (90 nm) 200 250 333 375
3200 (90 nm) 200 267 320 400

Grün markierte Taktraten schöpfen den Speichertakt voll aus, schwarz markierte Taktraten weichen um 1 bis 8 Prozent vom Wunschtakt ab, ist die Abweichung größer als 8 Prozent, wurde der tatsächliche Speichertakt rot gekennzeichnet.

Weiter: 2. ASRock ALiveSATA2-GLAN: Layout #1

1. VIA K8T890 und VT8237A/R Plus
2. ASRock ALiveSATA2-GLAN: Layout #1
3. ASRock ALiveSATA2-GLAN: Layout #2
4. Foxconn WinFast K8T890M2AA: Layout
5. BIOS und Overclocking
6. Kompatibilität, Stabilität und Praxisbetrieb
7. Testumgebung, Audio, USB 2.0 und IDE
8. CPU-Leistung (synthetisch)
9. Multithreaded (synthetisch)
10. Datendurchsatz von Speicher und Cache
11. Primzahlen und Pi
12. Raytracing und Rendering
13. Kompression und mp3-Encoding
14. Video-Encoding
15. 3DMark06 und F.E.A.R.
16. Riddick und UT2004
17. Fazit

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