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GeForce 4 Ti Roundup Sommer 2002 - 5/13
01.09.2002 by holger und staedler
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Asus V8460 Ultra Deluxe
Nachdem sich die kleine Asus in unserem letzten Test recht wacker geschlagen hatte, schauen wir uns nun das Asus-Flaggschiff an. Mit dieser Karte will Asus zeigen, dass nur einer in der Lage ist die ultimative GeForce4 Ti4600 zu bauen. Ultimativ ist auch der Preis, der wirklich einer Kriegserklärung gleichkommt: satte 580 Euro muss der User auf den Tisch des Händlers blättern, um den Überflieger zu erwerben. Ob das 128 MB-Monster tatsächlich diese enorme Summe wert ist, wird dieser Test herausarbeiten. Dass eine „normale“ Ti4600 sündhaft teuer ist, wissen wir, werfen wir deshalb einen Blick auf den Lieferumfang – vielleicht bekommen wir dort eine Antwort auf den üppigen Preis.


Asus schnürt ein prallvolles Paket

Der Lieferumfang:

  • Ein umfangreiches (englisches) Handbuch
  • DVI-Adapter auf 19 Pin-VGA und DVI-I
  • Spiele: Aquanox, Midnight GT Rage Rally und eine CD mit Trail- und Demoversionen
  • Asus DVD200 (V 183)
  • Treiber- und Utilities-CD
  • CyberLink VideoLink Mail 4 (Erstellen und Versenden von Video-Mails)
  • WinCoder/WinProducer
  • Einen sehr hochwertigen Adapter zum Anschluss für S-VHS-IN/OUT, Composite-IN/OUT
  • Die wohl flashigste 3D-Brille, die die Welt je gesehen hat
Wie man unschwer der obigen Aufzählung entnehmen kann, wartet der Lieferumfang mit allem auf, was sich das Herz nur wünschen kann. Insbesondere der hochwertige Adapter zum Anschluss von TV und Camcorder erfreute durch dessen griffige Ausführung und das lange Anschlusskabel. So soll ein Adapter aussehen, gerade die Herren von Leadtek sollten sich dieses Stück mal ansehen! Sämtliche Anschlüsse sind vergoldet, um Übertragungsverluste zu vermeiden. Auch der DVI-Adapter verdient besonderes Lob, da selbst beim Einsatz dieses Kabels keine Qualitätseinbußen zu verzeichnen waren. Außerdem sei auf die coole Shutterbrille hingewiesen, die einen erheblich besseren Sitz verspricht, als die klobigen Dinger der Vergangenheit. Ob dieses Utility bei mir jemals zum Einsatz kommen wird, wage ich jedoch stark zu bezweifeln.

Zum Layout der Asus V8460 Ultra Deluxe
Die Asus lag uns in der Revision 1.0 vor. Die Platine ist lila eingefärbt, über die Wahl der Farbe kann man sich sicher streiten, ich fand sie jedenfalls nicht so schlecht. Insbesondere beim Anblick des riesigen Kupferkühlers zuckt der User unwillkürlich zusammen; das resultierende Gewicht der Karte ist enorm. Dem Tester kommen bereits beim Anblick dieser Karte Befürchtungen in Bezug auf Kompatibilitätsprobleme, da auch die Höhe des Kühlers ein wenig großzügiger ausfällt, als bei der Konkurrenz. Mehr dazu unter der Rubrik „Alltagstauglichkeit“. Selbst das Lüfterrädchen fällt bedeutend größer aus und gibt sich gleichermaßen kupferfarben. Das Anschlusskabel hat Asus dreiadrig ausgeführt, um ein Monitoring des Lüfters zu ermöglichen. Beim näheren Betrachten des Kühlerdesigns fällt auf, dass sich Asus besonders auf die Kühlung der sündhaft teuren Samsung 2,8 ns BGA-Chips konzentriert hat. Dies ist eigentlich nicht nötig, da Samsung die Chips bis 65 C° spezifiziert – selbst bei härtesten Overclocking-Projekten sollten solch hohe Temperaturen nicht erreicht werden. Die einzelnen Kühlerfins erinnern stark an die Optik des Termalright SK6 (ein wirklich schöner Vollkupfer-Kühler). Die Rückseite gestaltet sich jedoch recht unauffällig: Die einfache Kupferplatte, die keine Oberflächenstruktur trägt, könnte vermuten lassen, dass Asus das Kupfer ausgegangen ist;-) Um die Umsetzung des Kühlerungetüms zu überprüfen, musste derselbe natürlich von seinem angestammten Platz genommen werden. Erst jetzt fiel mir auf, dass das Kerlchen gerade einmal mit zwei Plastikklipsen gehalten wird: Bewegt man den Kühler ein wenig, so weist dieser eine deutliche Bewegungsfreiheit auf! Bereits ein weiterer Pin hätte das Ungetüm sicherer an Ort und Stelle gehalten. Insbesondere der Anpressdruck der Federn scheint ein wenig zu gering ausgelegt zu sein. Natürlich wird man im Normalbetrieb keine Probleme erwarten, beim Transport wollen wir Probleme über einen längeren Zeithorizont nicht ausschließen. Als wir das Kärtchen von dem Ballast befreit hatten, rieben wir uns die Augen, da lediglich auf der GPU genügend Wärmeleitpaste aufgetragen war, jedoch keine einziges Tröpfchen auf den Speicherchips. Was soll denn dann die aufwändige Kühlung? Der Verdacht liegt nahe, dass das Ungetüm mehr Schein als Sein darstellt. Aus gegebenem Anlass konfrontierten wir Asus mit dem bisherigen Testresultat: Der Kühler liege plan auf, sodass ein Wärmeaustausch ohne weiteres möglich sei. Über die Alltagstauglichkeit erfahrt ihr in dem gleichnamigen Abschnitt.


Die Asus V8460 Ultra Deluxe von vorne...

Das übrige Design scheint sich vom Referenzdesign der nVidia-Kollegen deutlich zu unterscheiden. Asus realisiert auf der Karte zusätzlich eine Ansteuerung für die mitgelieferte Shutterbrille. Die Qualität der Platine kann als „sehr gut“ bezeichnet werden, da sämtliche Leiterbahnen und Lötkontakte vergoldet ausgeführt wurden. Dies soll gerade die Signalqualität und Masseführung über die riesige Karte positiv beeinflussen. Selbst ein von Asus heiß und innig geliebter Jumper finden sich auf der Karte wieder, der zur Einstellung der PAL- oder NTSC-Norm dient, obgleich der verantwortliche Philips diese Einstellungen per Treiber erlaubt.


... und von hinten.

Um Video-In/Out-Funktionen auf der Ti4600 zu integrieren, wurde der genannte Philips SAA7108E verbaut, der eine TV-Auflösung von 800x600 bietet. Über die qualitativen Eigenschaften waren sogar wir überrascht, denn das Fernsehbild kann sich durchaus sehen lassen, selbst Schriften und feine Konturen zeichnet die Karte ohne Verschmieren nach. Wird nView in Verbindung mit dem Menüpunkt „Klonen“ aktiviert, so wird das Bild bei einer Auflösung von 800x600 ganz ohne schwarze Trauerränder dargestellt. Wählt man eine höhere Bildschirmauflösung auf dem CRT, so scrollt man per Maus den auf dem Fernseher geklonten Bildausschnitt an – genial! So und nicht anders sollte nView aussehen.

Auch die Ausgabequalität am CRT lässt keinerlei Wünsche offen, die Asus kann locker mit unserer MSI 4600 mithalten, feinere Messmethoden würden wohl einen eindeutigen Sieger ermitteln können. Unser Darstellungstest mittels Testpattern auf dem Eizo T965 zeigte ein ausgewogenes und zugleich scharfes Bild. Möchte man einen TFT an die Karte anschließen, so tritt der verbaute Silicon Image-Chip in Aktion, der seine Arbeit hervorragend erledigt, das Bild war absolut stabil!


1 - der Jumper für die TV-Norm; 2 - vergoldete Leiterbahnen und Lötkontakte, 3 - Philips am TV-Ausgang; 4- Silicon Image-Chip am DVI; 5 - Fan Anschluß mit Monitoring

Schauen wir uns noch die Karte im Alltagsbetrieb an:
Wie üblich sind die 4600er-Karten länger als gewöhnliche Grafikkarten, so muss man sich nicht wundern, wenn insbesondere auf (älteren) Mainboards Einbauprobleme auftreten. Auf unserem EPoX 8K3A+ lassen sich beispielsweise die RAMs nicht ohne vorheriges Entfernen der Grafikkarte ausbauen.


links: der gewichtige Kupferkühler; rechts: Endlich! Eine ordentliche 3D-Brille!

Positiv überraschte uns die Asus auf unserem MSI K7D Master-L, einem MPX-Dual-Board. Will man einen Promise TX2 am primären PCI-Bus betreiben und gleichzeitiges Sharing mit dem AGP-Bus verhindern, so muss der IDE-Controller in Slot 1 verbaut werden. Was dies bedeutet, kann sich jeder vorstellen: Die Grafikkarte wird so heiß, dass man sie sogleich als Kochplatte einsetzen könnte. An dieser Stelle kommt das ungewöhnliche Kühlerdesign der Asus V8460 ins Spiel: Obwohl der Kühler ein wenig höher ausgeführt ist, ergeben sich keinerlei Berührungen mit der benachbarten Promise TX2. Überraschenderweise heizt sich die Platine weitaus weniger stark auf, als dies andere Grafikkarten mit konventionellem Kühler/Lüfterdesign tun. Hinzu kommt ein überaus angenehmes Laufgeräusch des Lüfters, der unbeeindruckt von den widrigen Umständen ruhig seine Arbeit verrichtet. Auch die auf der Oberseite angebrachte Kupferplatte verrichtete zuverlässig ihre Arbeit, obgleich diese ohne Oberflächenprofil auskommen muss.

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Weiter: 6. Gainward 700XP Golden Sample

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