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16 Heatpipe-Kühler im Pentium 4 Extreme Edition Test - 23/25
05.03.2006 by doelf; UPDATE: 07.05.2007
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Fazit #1
Die getesteten CPU-Kühler haben sowohl Stärken als auch Schwächen. Alle Kandidaten konnten unseren Pentium 4 Extreme Edition ausreichend kühlen, dennoch waren die Leistungsunterschiede der einzelnen Modelle enorm. Zusätzlich zum CPU-Kühler sind Gehäuselüfter bei modernen Computern Pflicht, da auch die Spannungswandler des Mainboards und der Chipsatz ausreichend gekühlt werden müssen.
Ein weiteres Problem stellen die 3-Pin Anschlüsse der Lüfter dar, denn obwohl fast alle aktuellen Hauptplatinen mit einem 4-Pin Anschluss für den CPU-Lüfter ausgestattet sind, verbaut die große Mehrzahl der Kühlerhersteller auch weiterhin Lüfter mit einem 3-Pin Anschluss. Da die automatische Drezahlregelung bei vielen Mainboards nur noch über Pulsweitenmodulation möglich ist, benötigt man einen Lüfter mit 4-Pin Stecker, um diese Funktion nutzen zu können.
Betrachten wir nun abschließend die einzelnen Testkandidaten.
Scythe Katana II
Die Lautstärke des Katana II liegt unter der von Xigmateks HDT-S963 und Aerocools X-Fire, welche im selben Preisrahmen angeboten werden. In Bezug auf die Kühlleistung schlägt der Katana einige teurere Modelle und erreicht exakt die Leistung, welche wir mit Aerocools Dominator messen konnten - dabei ist der Katana II allerdings um 10 dB(A) leiser. Mit Xigmateks HDT-S963 kann der Japaner nicht mithalten, was allerdings auch an der niedrigen Drehzahl (1500 U/min) des 100 mm Lüfters liegt. Der Lüfter kann allerdings leicht gegen jedes andere Modell mit einem 25 mm dicken Rahmen getauscht werden.
Die Idee, den Luftstrom des Kühlers gegen das Mainboard zu lenken, geht voll und ganz auf. Da sich der Katana II auf jedem Sockel in vier Richtungen verbauen lässt, sollte für jedes System eine gute Lösung zu finden sein. Die Montage ist einfach und die Kompatibilität höher als bei anderen Modellen von Scythe. In seiner Preisklasse ist der Katana II eine sehr gute Wahl, der Kühler kostet
24,90 €.
Xigmatek HDT-S963
Der Xigmatek HDT-S963 hat uns positiv überrascht: Der Kühler ist sehr innovativ, leistungsstark und preiswert. Die Heatpipes, welche einen direkten Kontakt zum Heatspreader des Prozessors herstellen, sorgen zusammen mit dem hohen Luftdurchsatz für eine sehr gute Kühlleistung und ausreichende Reserven für Übertakter. Dank 4-Pin PWM-Lüfter arbeitet der Kühler nur mit dem Geräuschpegel, welcher für die aktuelle CPU-Last benötigt wird, und dank Entkopplung gibt der Lüfter kaum Schwingungen an das Mainboard weiter. Wie gut sich die Lüftersteuerung regulieren lässt, ist allerdings vom jeweiligen Mainboard abhängig.
Mit Hilfe des frei platzierbaren Luftleitbleches löst Xigmatek zudem das Problem der meisten Turmkühler, welche den Luftstrom nicht auf die Spannungswandler des Mainboards richten können. Weitere Pluspunkte sind die einfache Montage, das geringe Gewicht von lediglich 410 Gramm und der günstige Preis von 25 Euro. In dieser Preisklasse wird man derzeit kaum einen besseren Kühler finden!
In Kürze erhältlich bei:

Scythe Andy Samurai Master
Der Andy Samurai Master ist unseres Wissens nach der erste Top-Flow Kühler mit sechs Heatpipes. Mit einer Oberfläche von 7500 cm2 stößt er in Bereiche vor, die wir bisher nur von Turmkonstruktionen her kennen, hinzu kommt dann noch der Aluminiumblock oberhalb der Bodenplatte mit seinen 140 Stiften. Scythe gibt sich viel Mühe, die Abluft gleichmäßig in alle Richtungen zu verteilen, so dass alle Komponenten in der oberen Hälfte des Mainboards vom Luftstrom des Kühlers profitieren.
Das Gewicht des Andy Samurai Master hält sich mit 685 Gramm noch in Grenzen und die Kühlleistung kann sich sehen lassen. Dabei bleibt der Schalldruck des Kühlers angenehm niedrig. Durch den Austausch des Lüfters gegen ein schneller drehendes Modell kann die Kühlleistung noch einmal deutlich gesteigert werden, im Test sehen wir dabei die bisherigen Bestwerte des Feldes. Die Verarbeitung des Kühlers ist sehr gut, die Kontaktfläche zur CPU ist glatt poliert und völlig plan. Dank VTMS ist die Montage des Kühlers sehr einfach, das Mainboard muss hierfür nicht ausgebaut werden und selbst bei LGA775 Platinen kommt man gut an die Pushpins heran.
Obwohl Scythe den Preis mit 51,15 Euro ansetzt, findet man den Kühler im Handel bereits für 37,50 Euro. Damit ist der Andy Samurai Master ein wenig preiswerter als der Infinity, kühlt im Gegensatz zu diesen aber auch das Mainboard mit. Auch wenn wir uns einen Lüfter mit 4-Pin Anschluss wünschen, der Andy Samurai Master ist uns den Editor's Choice wert.
Revoltec Freezer Tower
Mit dem Freezer Tower macht es uns Revoltec nicht leicht: Einerseits ist der Preis von um die 25 Euro sehr attraktiv und die Verarbeitung des Kühlers kann ebenfalls überzeugen, andererseits können wir die Wahl des Lüfters, die beiden Geschwindigkeitsstufen und die Hürden bei der Montage ganz und gar nicht nachvollziehen.
Kommen wir zunächst zum Lüfter: Dass sich Revoltec zu Gunsten der Abmessungen für ein Modell mit 80 mm Durchmesser entschieden hat, können wir verstehen, doch warum muss es ein schmaler 15 mm Lüfter sein, der seinen niedrigen Luftdurchsatz mit hohen Drehzahlen kompensiert? Man hätte ebenso einen 80 x 25 mm Lüfter einsetzen können, welcher idealerweise beidseitig mit Entkopplern aus Gummi mit den Finnen verbunden ist. Und warum sind nur zwei Geschwindigkeiten möglich, die sich zudem nur bei geöffnetem Gehäuse umschalten lassen? Im "Silent" Modus ist die Kühlleistung schwach, im "Overclocking" Betrieb ist der Lüfter laut.
Für die Montage auf LGA775 Mainboards sollte Revoltec lieber Pushpins verwenden, denn dann müßte der Benutzer das Mainboard nicht ausbauen. Zudem sollte der Hersteller die Befestigungsklammer für die AMD Plattformen derart gestalten, dass man sie einlegen kann, ohne zuvor den Deckel mitsamt des Lüfters abschrauben zu müssen. Bleibt noch die Markierung der Luftrichtung, welche wir bei unserem Testmuster vermissen.
Der Freezer Tower hat durchaus Potential, doch Revoltec hat die guten Anlagen des Kühlers leider nicht genutzt. Trotz seines günstigen Preises werden wir daher von einer Empfehlung Abstand nehmen.
Zaward Sylphee
Nicht die maximale Kühlleistung, sondern die minimale Lautstärke erklärt Zaward bei seinem Modell Sylphee zum Ziel. Hierzu verwendet der taiwanesische Hersteller zwei Thermosensoren, welche die Drehzahl der beiden Radiallüfter steuern. Im Idle-Betrieb kann der Sylphee mit seiner Laufruhe überzeugen, unter Volllast gibt es leisere Möglichkeiten, unseren Pentium 4 Extreme Edition zu kühlen. Im Zusammenspiel mit einem Intel Core 2 Duo oder einem AMD Athlon X2, welche deutlich weniger Abwärme erzeugen, sind auch wesentlich geringere Lautstärken zu erwarten. Zudem konnten wir im Test nachweisen, dass der Sylphee sogar ausreichende Reserven für Übertaktungsversuche bietet.
Der Kühler läßt sich auf den Sockeln 478, LGA775, 754, 939, 940 sowie AM2 montieren und ist somit universell einsetzbar. Mit einem Preis von 38 Euro zählt er trotz seiner aufwändigen Konstruktion zur mittleren Preisklasse. Wir empfehlen den Zaward Sylphee insbesondere für Mainboards, welche keine Lüfterregelung beherrschen, sowie für energiesparende Prozessoren, da der Kühler insbesondere hier eine sehr niedrige Lautstärke erzielen kann.
Aerocool X-Fire
Aerocools X-Fire ist eine interessante Alternative zum Scythe Samurai Z. Der X-Fire bietet eine ähnlich einfache Montage, einen 120 mm Lüfter mit vier weißen LEDs, der dank seiner geringeren Drehzahl sogar etwas leiser arbeitet und dennoch ein wenig besser kühlt. Der Preis ist ebenfalls stimmig:
29,90 €.
Der X-Fire ist natürlich etwas größer und auch höher, im Gegensatz zum Samurai Z eignet er sich somit nicht für flache Desktop- und HTPC-Gehäuse. Aerocools X-Fire läßt sich mit AMDs Sockel AM2, 754, 939 und 940 sowie Intels Sockel LGA775 verwenden, wer noch ein Sockel 478 System einsetzt, muss hingegen zu einem anderen Kühler greifen. Im Vergleich zu den anderen Kandidaten sehen wir, dass es sowohl kühler als auch leiser geht, doch nicht mit einem Gewicht von bescheidenen 495 Gramm und zu diesem Preis.
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