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IM TEST: Drei MP3-Player von MSI und Z-Cyber - 7/9
24.10.2003 by doelf
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Alltagsbetrieb und Klangbewertung
Die Klangbewertung wurde zunächst mit den mitgelieferten Kopfhörern vorgenommen und anschließend mit einem unabhängigen Dritten, dem Koss A/250, einem echten audiophilen Kopfhörer verifiziert, der jedoch derart saftig in barer Münze entlohnt werden will, dass man sich alle drei Testkandidaten noch einmal gönnen könnte. Hier soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir mit Kanonen auf Spatzen schießen wollten; dem Tester ist jedoch die Klangcharakteristik dieses Hörers bekannt und weiß, was dieser kann und was nicht. Anders ausgedrückt: Mit dem teuren Koss können wir beurteilen, ob der Player oder der Hörer der limitierende Faktor ist.

Fangen wir mit dem MSI Mega Stick 1 an: Wie bereits oben angedeutet, wusste das Bedienkonzept zu überzeugen – ein Blick ins Handbuch war nicht nötig. Ein Update der Firmware mittels der auf der beigelegten CD enthaltenen Flash-Utility brachte dem Player auch „Deutsch“ bei, außerdem wurde der leise, jedoch deutlich vernehmbare Rauschpegel in ruhigen Musikpassagen auf Null reduziert – hervorragende Arbeit.

Die Hintergrundbeleuchtung sollte man erst bei Dämmerlicht zuschalten, ansonsten wird das Batteriechen über Gebühr belastet; in den Settings sollte man daher eine möglichst kurze Leuchtdauer einstellen – meist reichen 5 Sekunden vollkommen aus.

Über die hinterlegten Klang-Profile „Jazz, Rock, Classical und Pop“ lässt sich der Frequenzgang verbiegen – die Klangbewertung selbst wurde mit „Normal“ vorgenommen. „Jazz“ senkt im Mittenbereich den Frequenzgang ab, sodass Höhen und Bässe eher zur Geltung kommen, dieser Effekt ist unter „Rock“ umso ausgeprägter. Michel Petruccianis Piano schrumpfte durch solche Frequenzgangverrenkungen jedoch auf das Maß eines Keyboards zusammen. „Pop“ schien dahingegen eine Mittenbetonung vorzunehmen, erstaunlicherweise verwischte „Classical“ die Höhenwiedergabe vollkommen, sodass Perkussionsinstrumente auf Peter Gabriels „Passion“ wenig präsent wirkten und wie durch einen dicken Vorhang ertönten. Unterm Strich hat uns die Klangverbiegerei wenig gefallen, auf Dauer nervt die Überbetonung eines Frequenzbereiches zu Lasten anderer.

Die oben genannten Tendenzen ließen sich sowohl mit dem MSI-Hörerchen, als auch mit dem großen Koss bestätigen. Sitzt der Beipack-Knupsel fest im Ohr, macht auch Michael Jacksons „Dirty Diana“ auf Bad richtig Spaß. Alleine die räumliche Darstellung ist nicht die Sache des Winzlings; dass der Player hier mehr kann, bestätigte sich durch den Koss: Die Ouvertüre auf Andreas Vollenweiders „Book of Roses“ wirkte wunderschön offen, sodass der Hörer den Flügelschlag der sich in die Lüfte erhebenden Tauben erahnen konnte. Bei besonders rhythmisch orientierter Musik wie auf „Buenos Hermanos“ schienen die Kuba-Altmeister einen Gang raus zu nehmen – das Dargebotene wirkte ein wenig behäbiger; evtl. hätten die Tatterkreise nicht derart ausgiebig dem kubanischen Zuckerrohrsaft zusprechen sollen.

Der große Z-Cyber mit 128 MB gleicht dem MSI-Player auf den zweiten Blick in erstaunlich vielen Punkten: Auch er bietet die oben genannten Presets „Pop, Rock, Jazz und Classical“ und auch bei diesem Player geht die Klangverbiegerei in die gleiche Richtung – eine erneute Klangbeschreibung erübrigt sich daher. Doch wehe, wenn der Pro einmal losgelassen wird: Musik wird ungleich präsenter und realistischer dargestellt, als dies der MSI vermag: Stefano Di Battistas Saxophon auf „Both Worlds“ hat wesentlich mehr Körper. Feinste Details werden hörbar, wie beispielsweise das Holzblättchen am Mundstück, das durch das fortwährende Spielen ein wenig zu feucht geworden ist und infolgedessen entsprechende Nebengeräusche produziert – auf dem MSI meint man dahingegen, dass der Tonmeister unsauber gearbeitet hätte; jedenfalls dann, wenn man das Stück nicht zuvor nicht kennt. Nicht so auf dem Z-Cyber, in Verbindung mit diesem Player würde man dem Tonmeister ob seiner brillanten Einspielung Bestnoten vergeben. Und auch Ibrahim Ferrer hat offensichtlich seinen Rausch ausgeschlafen und stimmt mit „Chan Chan“ frischer und beschwingter ins Geschehen ein – so soll es sein.

Die U-Bahn, die auf Sophi B. Hawhins’ „Tongues and Tails“ durchs Geschehen rattert, hat nun eine Dimension mehr – nämlich ein wenig mehr räumliche Tiefe, wobei der Tester zugeben muss, dass diese Disziplin für die Kopfhörer-Fraktion ohnehin schwierig zu bewältigen ist: Ohne aufwendige psycho-akustische Modellierungen bekommt man die In-Kopf-Lokation nicht in den Griff.

All das Gesagte trifft jedoch leider nur auf das Zusammenspiel mit dem Koss-Hörer zu: Der beigelegte Kopfhörer kann mitnichten überzeugen. Die musikalische Wiedergabe verliert deutlich an Klangfarben, das Klangspektrum wird drastisch reduziert. Warum baut man einen derart gut klingenden MP3-Player und packt dann solchen einen Hörer bei? Zudem ist der Tragekomfort aufgrund der gummierten Einfassung nicht besonders hoch; schon nach kurzer Zeit scherzten dem Tester die Lauscher. Der Käufer sollte den Preisvorteil von 10 Euro gegenüber dem MSI-Player als Begründung dafür auffassen, in einen vernünftigen Kopfhörer zu investieren, und die müssen noch nicht einmal sonderlich teuer sein. Eins wird an dieser Stelle jedoch überdeutlich: Alles hat seinen Preis; hohe musikalische Qualität erfordert qualitativ hochwertige Bauteile, da geht das Geld bei der Kalkulation irgendwann aus.

Weiter: 8. Klangbewertung und USB 1.1 Performance

1. Es geht um: Musik
2. MSI Mega Stick 1 #1
3. MSI Mega Stick 1 #2
4. Z-Cyber Boom’N und Boom’N Pro
5. Z-Cyber Boom’N Pro
6. Z-Cyber Boom’N
7. Alltagsbetrieb und Klangbewertung
8. Klangbewertung und USB 1.1 Performance
9. Fazit und Empfehlung

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