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IM TEST: Drei MP3-Player von MSI und Z-Cyber - 1/9
24.10.2003 by doelf
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Ohne Zweifel bietet die digitale Konservierung von Musikmaterial einige unschätzbare Vorteile, wie etwa die Möglichkeit, die Informationen auf den unterschiedlichsten Medien zu speichern. In unserem Fall werden Musikstücke überdies anhand von ausgefeilten Algorithmen, die ihrerseits psychoakustischen Modellen folgen, in ihrer Größe derart eingedampft, dass etliche Alben auf einen MP3-Stick passen können, vorausgesetzt, die Auflösung ist entsprechend gering eingestellt.

Dass dem Tester diese Art der Konservierung überaus suspekt ist, tut hier wenig zur Sache – jedenfalls dann, wenn es um eine möglichst objektive Bewertung der drei Testkandidaten aus dem Hause MSI und Z-Cyber geht. Bemerkenswert alleine ist jedoch die Tatsache, dass analoge Medien – insbesondere schwarze Scheiben, die in einschlägigen Kreisen als Schwarzes Gold bezeichnet werden – immer mehr Anhänger finden. Trotz aller Vorteile der Speicherung in Nullen und Einsen ist Vinyl einfach nicht tot zu bekommen. Doch über was unterhalten wir uns hier eigentlich: Über die Freunde an der Musik!

Auch der Tester ist vom Vinyl-Bazillus infiziert und lauscht lieber der Musik, die von einer Schallplatte, statt von einer CD angeliefert wird. Ist es nicht herrlich diese schwarze Scheibe auf den Plattenteller zu legen, liebevoll mit einer Karbonbürste von losem Staub zu befreien, um anschließend den Dreher in Bewegung zu versetzen und die Nadel in die Rille eintauchen zu sehen?! All das fällt bei der Digitalkonserve weg, bei MP3s erstellt der User das Surrogat zudem an der heimischen Gigahertzschleuder und kopiert das Erzeugnis anschließend per Drag&Drop auf den MP3-Stick – welch sinnliches Erlebnis! Der sich anschließend im Raum ausbreitende Klang von digitalen Medien erscheint weniger facettenreich, räumlich eingezwängter und dynamisch komprimierter: Eine Null oder Eins ist eben keine Kurve; so jedenfalls das Statement eines Users in unserer Community.

Na das fängt ja gut an, werden viele User denken: Da testet jemand MP3-Player, die datenreduzierte Musik wiedergeben, dabei würde diese Person nichts lieber tun, als alle Leser zur schwarzen Scheibe zu bekehren. Nein, so ist es durchaus nicht: Im vorliegenden Fall haben wir es eher mit Discman-Replacements zu tun, sodass MP3-Player eher der mobilen Musikwiedergabe dienen. Daher vergleichen wir die Gerätchen nicht mit unserem Referenzplayer Nakamichi CD-Player 1 – dieser dient lediglich dazu das Gehör zu eichen -, sondern mit dem audiophilen CD-Porti Panasonic SL-CT570.

Nun gut, nachdem der Tester keine EINZIGE MP3 sein Eigen nennen kann, müssen solcherlei Datenschnipsel erst einmal hergestellt werden: Zum Einsatz kam RazorLame V 1.1.5.1342, wodurch Stücke mit konstanter und variabler Bitrate mit jeweils 128, 192 und 320 kbit erzeugt wurden. Als Referenztitel wählte der Tester ein paar Gemeinheiten aus, Titel also, die nur eine Anforderung an die Player stellen: Musikalität, nicht mehr und nicht weniger; keine isolierten Attribute wie Dynamik oder Auflösung waren gefordert, sondern eine ganzheitliche Betrachtung der Musik. Peter Gabriel, der Mann mit der Vorliebe für kurze Albentitel trat mit gleich drei Alben an: Passion, Birdy und Up; Michael Jackson: Bad; Sophie B. Hawkins: Tongues and Tails; Ibrahim Ferrer/Buene Vista Social Club: Buenos Hermanos, Buena Vista Social Club; Dire Straits: On every Street; Andreas Vollenweider: Book of Roses und als musikalische Perle: Michel Petrucciani nebst Steve Gadd, Anthony Jackson, Bob Brookmeyer, Flavio Boltro und Stefano Di Battista auf „Both Worlds“. Demnach haben wir uns um eine breit angelegte Musikauswahl bemüht: Was spricht beispielsweise dagegen, beim Joggen Michel Petrucciani, dem kleinen Mann mit der riesigen Ausdruckskraft, der wie kein anderer musikalische Welten auf seinem Piano erschaffen kann, zu lauschen oder gegen Andreas Vollenweider, der sein Märchenbuch in einen fremden Kosmos auch in der U-Bahn aufschlägt – jedes Album hat also seine Eigenarten, die trotz aller Datenreduktion nicht verloren gehen dürfen.
Doch zunächst zu den Kandidaten:

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24.10.2003 by doelf
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MSI Mega Stick 1
MSI mausert sich immer mehr zum Komplettanbieter, neben Mainboards und Grafikkarten bietet der Hersteller unter anderem Barebones und optische Laufwerke an. Mit dem MP3-Player Mega Stick 1 wird das Sortiment abgerundet – man darf gespannt sein, welche Neuerungen MSI demnächst für den User parat hält.

Der hübsche, perlmutfarbene Winzling trägt die Bezeichnung 5in1 im Schriftzug: Neben dem MP3-Player wird ein Radio, Aufnahmefunktion, Sprachlernfunktion sowie ein USB1.1-Daten-Stick geboten – auf die einzelnen Funktionen gehen wir weiter unten ein. Im Karton findet sich eine CD mitsamt Flash-Utility (ja, der Player ist updatefähig!), ein USB-Verlängerungskabel sowie eine AAA-Batterie. Überaus positiv fällt die Anfassqualität des Players auf: Ein solch kleines Gerät hat der User wohl recht häufig in den Fingern.

Die Stromversorgung wird durch eine kleine AAA-Baterie übernommen, eine Lösung, über die wir nicht sonderlich glücklich sind. Nach gut 7 Stunden war die beigelegte Batterie leer; wer den Player also öfter einsetzt, sollte tunlichst über die Anschaffung eines Akkudoppelpacks nachdenken, sodass ein Akku immer einsatzbereit ist. Wir können nicht verhehlen, dass uns ein Akkusatz durchaus eher beeindruckt hätte, als ein um 5 Euro niedrigerer Endkundenpreis – hier wird eindeutig am falschen Ende gespart.

Der beigelegte Kopfhörer kann als typisch asiatischer Vertreter verstanden werden: Dort ist eine Trageschlaufe, die um den Nacken legt wird - die Hörmuscheln baumeln bei Nichtbenutzung frei um den Hals -, durchaus üblich – den Player steckt man dann einfach in die Hemdentasche. Der Tragekomfort ist aufgrund des weichen Oberflächenbezugs recht hoch, zudem sitzen die Hörer stramm genug, um ein ordentliches Bassfundament zu ermöglichen. Schlapprig sitzende Hörer führen leicht zum akustischen Kurzschluss, sodass die Basswiedergabe stark einbricht. Selbst nach längerem Tragen schmerzten die Lauscher nicht, auf den ersten „Hörer“ macht der Kopfhörer demnach einen guten Eindruck – die akustischen Fähigkeiten beleuchten wir weiter unten.

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Trotz der Funktionsvielfalt wirkt das Gehäuse durchaus aufgeräumt, die Anordnung der Tasten kann sogar als ergonomisch bezeichnet werden. Die Play/Pause-Taste sitzt auf der oberseite; auf der einen Gehäuseseite ist eine Tastenwippe zur Lautstärkeregelung, ein kontextabhängiger „Drehknopf“, ein Aufnahmetaster sowie die sog. „Fn-Taste“, die zur Aktivierung der Radio-Sektion dient, zu finden. Auf der gegenüberliegenden Gehäuseseite ist der Hold-Schalter zu verorten, der bei Aktivierung zur Sperrung aller übrigen Tasten dient, sodass keine Fehlbedienungen auftreten können.

Der oben genannte Drehknopf ist das zentrale Navigationsinstrument durch sämtliche Menüs, durch Druck auf diesen werden Funktionen bestätigt oder die Menüebene gewechselt. Auf der Geräteunterseite findet ein Kopfhörer und ein separates Mikrophon Anschluss, falls einem das eingebaute qualitativ nicht ausreicht.

Schauen wir die 5in1-Funktionen ein wenig genauer an:
Hinter der Sprachlernfunktion verbirgt sich eine simple Start-/Stop-Marke, die man innerhalb eines Files setzen kann. Der markierte Bereich wird dann ständig wiederholt; machen wir es kurz: Eine Sprachlernfunktion können wir nicht erkennen. Um einen bestimmten Part ein paar Mal genauer abzuhören, mag das Feature dennoch genügen.

Die Radiosektion zeigt sich mit dem beigelegten Kopfhörer erstaunlich empfangssicher und weiß sogar im dichten Großstadtfrequenzgewirr zu überzeugen. Wird der Kopfhörer gegen ein anderes Fabrikat gewechselt, sinkt die Empfangsleistung schlagartig, sodass wir davon ausgehen müssen, dass der beigelegte Kopfhörer als eine Art „Wurfantenne“ dient.

Bis zu 10 Sender dürfen auf entsprechenden Speicherplätzen abgelegt werden, der bereits erwähnte Drehknopf dient in diesem Fall zur Bedienung des Sendersuchlaufs.

Für Musikstücke sowie den übrigen Datentransport stehen 128 MB zur Verfügung – viel Platz mag da mancher denken. Bedenkt man jedoch, dass bei einer Bitrate von 128 kbit ein Liedchen von 5 Minuten locker 4 MB einnimmt, so wird es schwer mehr als 30 Titel auf dem Player abzulegen – für den Datentransport bleibt dann leider kein Platz mehr. Die Daten werden vermittels der mit einer Kappe abgedeckten USB1.1-Schnittstelle hin und her kopiert – das kann bei 128 MB dann schon mal länger dauern; in dieser Zeit bereitet der Kaffeeautomat am Besten herrlich duftenden Kaffee zu, der beim Musikhören verkostet wird ;-)

Die Qualität des integrierten Mikrophons fällt überraschend hochwertig aus, sodass der Player durchaus als Diktiergerät herhalten kann. Daher wird der User vermutlich eher selten auf die Idee kommen, ein externes Mikro anzuschließen. Die Aufnahmequalität einer mitgeschnittenen Radiosendung kann indessen nicht überzeugen: Die Aufnahme ist zum einen sehr gering ausgesteuert, zum anderen völlig verwaschen und verhangen.

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Z-Cyber Boom’N und Boom’N Pro
Z-Cyber tritt bei unserem Test mit zwei Geräten an, die wohl unterschiedliche Zielgruppen adressieren sollen: Der preisbewusste Gelegenheitshörer greift zum Boom’N, der anspruchsvollere User, der auf ein Display nicht verzichten will und auf ein edleres Finish achtet, greift zum größeren Boom’N Pro. Im Lieferumfang beider Player findet sich eine sportliche Tragetasche, eine CD mit ausführlicher Anleitung sowie ein USB-Verlängerungskabel wieder.

Auch Z-Cyber setzt bei beiden Playern auf AAA-Batterien, auch hier regiert also der Rotstift – zu einem Litium-Ionen-Akku, den wir beim GeIL Pocket Muse antrafen, konnte sich in unserem Vergleichstest also keiner der Hersteller druchringen. Der Boom’N Pro quittierte mit einer frischen Batterie ausgerüstet, nach rund 7 Stunden den Dienst – das Ergebnis liegt also gleichauf mit dem des MSI. Der Boom’N hält – wohl aufgrund des fehlenden Displays – zwei Sunden Länger durch.

Das Bedienkonzept der beiden Player unterscheidet sich grundlegend: Der Pro verfügt auf der Oberseite über eine Lautstärkeregelung in Form einer Tastenwippe, weiterhin findet sich eine Play/Pause- sowie die Aufnahmetaste dort wieder. Auf einer Gehäuseseite wurde ein kontextabhängiger Multifunktionsknopf integriert, der prinzipiell ähnliche Funktionen wie MSIs Drehknopf wahrnimmt. Leider fällt die Z-Cyber-Lösung nicht ganz so griffig aus wie die des MSI-Players, sodass man das Hebelchen mit mehr Bedacht bedienen muss. Eine Hold-Funktion ist ebenfalls vorhanden, sodass unbeabsichtigte Fehlfunktionen ausgeschlossen werden können.

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Die USB-Schnittstelle hat Z-Cyber vermittels propitärem USB-Anschluss ausgeführt, sodass zur Datenübertragung das beigelegte Datenkabel herhalten muss. Aufgrund dieser „dezenten“ USB-Implementierung wirkt der Player eher als Hifi-Gerätchen, denn als multifunktionaler Datenträger.

Die Verortung des Kopfhöreranschlusses an der Gehäuseseite gefällt nur in Verbindung mit abgewinkelten Klinkensteckern, wie sie der beigepackte Kopfhörer bietet. Dadurch wird die Auswahl der Kopfhörer von Fremdherstellern unnötig eingeschränkt. Insbesondere hochwertige Hifi-Kopfhörer bieten einen gerade ausgeführten Klinkenstecker, sodass diese im 90°-Winkel vom Gehäuse abstehen – unpraktisch.

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Der kleine Bruder des Pro, der Boom’N will eher der mulitfunktionale Begleiter sein, das erkennt der User schon an der per Standard-USB-Stecker ausgeführten Schnittstelle, die sich bei Nichtbenutzung hinter einem Käppchen versteckt.

Auch das Designs des mit 49.90 Euro günstigen 64 MB-Players – größere Varianten sind natürlich lieferbar – macht einen durchdachten Eindruck: Der praktische Drehknopf, den auch MSI verwendet, findet sich ausgerechnet am kleineren MP3-Player wieder. Den hat man wohl ob seiner Griffigkeit gewählt, da zusätzlich – während der Wiedergabe eines Musikstücks – die Lautstärkeregelung implementiert wurde. Das ist am Anfang zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, bereitet aber nach ein paar Bedienversuchen keine Problem mehr.

Dass das Display zwecks Kostenreduktion eingespart wurde, stört kaum im Alltagsbetrieb. Wer jedoch sehr viele Stücke in entsprechend niedriger Auflösung auf einem solchen Player speichert, wird den Komfortverlust bemerken, der zwangsläufig mit dem fehlenden Display einher geht.

Neben dem Drehknopf findet man die Hold-Funktion, auf der Gehäuseoberseite wurde die Equalizer-Taste, die für die bereits oben genannten Presets verantwortlich zeichnet, eine Repeat-Taste, wodurch der aktuelle Track wiederholt wird, sowie der Power-Taster verbaut.

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Alltagsbetrieb und Klangbewertung
Die Klangbewertung wurde zunächst mit den mitgelieferten Kopfhörern vorgenommen und anschließend mit einem unabhängigen Dritten, dem Koss A/250, einem echten audiophilen Kopfhörer verifiziert, der jedoch derart saftig in barer Münze entlohnt werden will, dass man sich alle drei Testkandidaten noch einmal gönnen könnte. Hier soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir mit Kanonen auf Spatzen schießen wollten; dem Tester ist jedoch die Klangcharakteristik dieses Hörers bekannt und weiß, was dieser kann und was nicht. Anders ausgedrückt: Mit dem teuren Koss können wir beurteilen, ob der Player oder der Hörer der limitierende Faktor ist.

Fangen wir mit dem MSI Mega Stick 1 an: Wie bereits oben angedeutet, wusste das Bedienkonzept zu überzeugen – ein Blick ins Handbuch war nicht nötig. Ein Update der Firmware mittels der auf der beigelegten CD enthaltenen Flash-Utility brachte dem Player auch „Deutsch“ bei, außerdem wurde der leise, jedoch deutlich vernehmbare Rauschpegel in ruhigen Musikpassagen auf Null reduziert – hervorragende Arbeit.

Die Hintergrundbeleuchtung sollte man erst bei Dämmerlicht zuschalten, ansonsten wird das Batteriechen über Gebühr belastet; in den Settings sollte man daher eine möglichst kurze Leuchtdauer einstellen – meist reichen 5 Sekunden vollkommen aus.

Über die hinterlegten Klang-Profile „Jazz, Rock, Classical und Pop“ lässt sich der Frequenzgang verbiegen – die Klangbewertung selbst wurde mit „Normal“ vorgenommen. „Jazz“ senkt im Mittenbereich den Frequenzgang ab, sodass Höhen und Bässe eher zur Geltung kommen, dieser Effekt ist unter „Rock“ umso ausgeprägter. Michel Petruccianis Piano schrumpfte durch solche Frequenzgangverrenkungen jedoch auf das Maß eines Keyboards zusammen. „Pop“ schien dahingegen eine Mittenbetonung vorzunehmen, erstaunlicherweise verwischte „Classical“ die Höhenwiedergabe vollkommen, sodass Perkussionsinstrumente auf Peter Gabriels „Passion“ wenig präsent wirkten und wie durch einen dicken Vorhang ertönten. Unterm Strich hat uns die Klangverbiegerei wenig gefallen, auf Dauer nervt die Überbetonung eines Frequenzbereiches zu Lasten anderer.

Die oben genannten Tendenzen ließen sich sowohl mit dem MSI-Hörerchen, als auch mit dem großen Koss bestätigen. Sitzt der Beipack-Knupsel fest im Ohr, macht auch Michael Jacksons „Dirty Diana“ auf Bad richtig Spaß. Alleine die räumliche Darstellung ist nicht die Sache des Winzlings; dass der Player hier mehr kann, bestätigte sich durch den Koss: Die Ouvertüre auf Andreas Vollenweiders „Book of Roses“ wirkte wunderschön offen, sodass der Hörer den Flügelschlag der sich in die Lüfte erhebenden Tauben erahnen konnte. Bei besonders rhythmisch orientierter Musik wie auf „Buenos Hermanos“ schienen die Kuba-Altmeister einen Gang raus zu nehmen – das Dargebotene wirkte ein wenig behäbiger; evtl. hätten die Tatterkreise nicht derart ausgiebig dem kubanischen Zuckerrohrsaft zusprechen sollen.

Der große Z-Cyber mit 128 MB gleicht dem MSI-Player auf den zweiten Blick in erstaunlich vielen Punkten: Auch er bietet die oben genannten Presets „Pop, Rock, Jazz und Classical“ und auch bei diesem Player geht die Klangverbiegerei in die gleiche Richtung – eine erneute Klangbeschreibung erübrigt sich daher. Doch wehe, wenn der Pro einmal losgelassen wird: Musik wird ungleich präsenter und realistischer dargestellt, als dies der MSI vermag: Stefano Di Battistas Saxophon auf „Both Worlds“ hat wesentlich mehr Körper. Feinste Details werden hörbar, wie beispielsweise das Holzblättchen am Mundstück, das durch das fortwährende Spielen ein wenig zu feucht geworden ist und infolgedessen entsprechende Nebengeräusche produziert – auf dem MSI meint man dahingegen, dass der Tonmeister unsauber gearbeitet hätte; jedenfalls dann, wenn man das Stück nicht zuvor nicht kennt. Nicht so auf dem Z-Cyber, in Verbindung mit diesem Player würde man dem Tonmeister ob seiner brillanten Einspielung Bestnoten vergeben. Und auch Ibrahim Ferrer hat offensichtlich seinen Rausch ausgeschlafen und stimmt mit „Chan Chan“ frischer und beschwingter ins Geschehen ein – so soll es sein.

Die U-Bahn, die auf Sophi B. Hawhins’ „Tongues and Tails“ durchs Geschehen rattert, hat nun eine Dimension mehr – nämlich ein wenig mehr räumliche Tiefe, wobei der Tester zugeben muss, dass diese Disziplin für die Kopfhörer-Fraktion ohnehin schwierig zu bewältigen ist: Ohne aufwendige psycho-akustische Modellierungen bekommt man die In-Kopf-Lokation nicht in den Griff.

All das Gesagte trifft jedoch leider nur auf das Zusammenspiel mit dem Koss-Hörer zu: Der beigelegte Kopfhörer kann mitnichten überzeugen. Die musikalische Wiedergabe verliert deutlich an Klangfarben, das Klangspektrum wird drastisch reduziert. Warum baut man einen derart gut klingenden MP3-Player und packt dann solchen einen Hörer bei? Zudem ist der Tragekomfort aufgrund der gummierten Einfassung nicht besonders hoch; schon nach kurzer Zeit scherzten dem Tester die Lauscher. Der Käufer sollte den Preisvorteil von 10 Euro gegenüber dem MSI-Player als Begründung dafür auffassen, in einen vernünftigen Kopfhörer zu investieren, und die müssen noch nicht einmal sonderlich teuer sein. Eins wird an dieser Stelle jedoch überdeutlich: Alles hat seinen Preis; hohe musikalische Qualität erfordert qualitativ hochwertige Bauteile, da geht das Geld bei der Kalkulation irgendwann aus.

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Die Qualität der Verstärkersektion ist im Übrigen ganz hervorragend: Selbst bei höchsten Pegeln am Koss ging dem Winzling nie der Saft aus. Wenn der MSI bereits deutliche Verzerrungen produzierte – freilich nur bei entsprechend hohen Pegelen, die aufs Gehör gehen -, lieferte der Z-Cyber blitzsauberen, unverzerrten Klang – Bravo!

Der Z-Cyber kann und will nicht mehr und nicht weniger sein, als ein guter, nein, sehr guter MP3-Player. Das macht sich auch am übrigen Konstruktionskonzept bemerkbar: Zur Datenübertragung wird ein Übertragungskabel benötigt, da am Gehäuse lediglich ein propitärer Anschluss vorhanden ist. Eine Radio-Abteilung fehlt gänzlich, dafür kann der Player als Diktiergerät überzeugen: Die Qualität bewegt sich auf dem Niveau des MSI – hier geben sich die Kontrahenten nichts.

Das Display übertrifft dahingegen den Mitbewerber: Die Hintergrundbeleuchtung leuchtet das Display sehr gleichmäßig aus, dabei wird der Kontrast nicht im Mindesten beeinträchtigt!

Die Budgetlösung wird vom dritten Testkandidaten abgedeckt. Dem Boom’N fehlt ein Display, ein Mikro oder gar eine Radiosektion. Die 64 MB-Variante kommt in einem sehr schicken, roten Gehäuse (Blau ist ebenfalls lieferbar) daher, dessen beschichtete, edle Oberfläche zum ständigen Anfassen einlädt. Neben dem kleinen Preis sind leider auch die klanglichen Fähigkeiten äußerst bescheiden: Nach dem deutlich vernehmbaren Einschalt-Plop produziert der Player einen vernehmlichen Rauschteppich, der jedoch bei zunehmender Lautstärke nicht weiter ansteigt. Mit 320kbit-MP3s kann der Boom’N nichts anfangen, dem großen Bruder bereiteten die hochauflösenden Files hingegen keinerlei Probleme. Naturgemäß wird ein User auf einem Player mit relativ begrenztem Speicherplatz kaum auf die Idee kommen, über 12 MB pro File zu vergeuden, daher stellt die genannte Einschränkung eher eine theoretische als eine praktische dar.

„Before I Walk On Fire“ lässt zwar Sophie B. Hawkins zu Beginn des Titels erschaudern, den Tester jedoch auch: Die Stimme wirkt kehlig und unterkühlt. Schon eher konnten sich die Dire Straits auf „On Every Street“ in Szene setzen; das rockige Kaliber scheint dem Player eher entgegenzukommen.

Wer sich jedoch eine solche Budget-Lösung zulegt, wird vermutlich nicht auf höhere Klangweihen achten, sondern diesen beispielsweise beim Joggen einsetzen, und da kommt es ohnehin nicht auf das letzte Quäntchen Musikalität an. Viel wichtiger sind in solchen Situationen eine einfache und intuitive Bedienung, und genau in dieser Disziplin kann der Player punkten – mehr dazu, siehe weiter oben. Dass die Zielgruppe für das Gerätchen wohl eher bei den sportlich Aktiven zu suchen ist, unterstreicht die beigelegte Sporttasche, in der das Kerlchen verstaut werden kann.

Wenig überraschend für uns war das neuerliche Antreffen des gleichen Kopfhörertyps, den wir schon vom großen Bruder kennen – die klanglichen Umschreibungen können wir uns daher sparen.

Die USB1.1-Performance

SiSoft Sandra 8.59
GeIL
Pocket Muse
0,96 MB/sec
0,63 MB/sec

MSI
Mega Stick 1
0,865 MB/sec
0,582 MB/sec

Z-Cyber
Boom’N
0,880 MB/sec
0,371 MB/sec

Z-Cyber
Boom’N Pro
0,865 MB/sec
0,582 MB/sec

Die USB1.1-Performance kann als guter Durchschnitt bezeichnet werden, lediglich die Schreib-Leistung des günstigen Boom’N fällt mit 0,371 MB/sek. arg bescheiden aus. Spannend finden wir die Tatsache, dass sich die Messergebnisse des Pro sowie des Mega Sticks wie ein Ei dem anderen gleichen: Offenbar bedient man sich bei beiden Herstellern aus dem gleichen Flashspeicher-Lager.

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24.10.2003 by doelf
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Fazit und Empfehlung
Der MSI-Player zum Preis von 99 Euro bietet viel Ausstattung, alleine die Möglichkeit, einen Part innerhalb eines Tracks zu markieren, und diesen wiederholt anzuhören als Sprachlernfuntkion zu deklarieren, finden wir ein wenig albern. Ansonsten wartet der MP3-Player mit einem runden und durchdachten Funktionsumfang auf. Erstaunlich leicht und eingängig lässt sich der Player schon nach kurzer Zeit bedienen. Die klanglichen Fähigkeiten können als überzeugend gewertet werden, alleine bei hohen Lautstärken verzerrt der integrierte Kopfhörerverstärker. Das ist freilich in Verbindung mit den guten, beigelegten Kopfhörern kein Problem: Die geben schon bei mittlerer Aussteuerung satte Pegel von sich; schließt man jedoch hochwertige Hifi-Kopfhörer an, dürfte der nutzbare Bereich schon ein wenig größer sein. Einziger Wermutstropfen erscheint uns die Verwendung von AAA-Baterien. Mittlerweile sollte man selbst in den Konzernzentralen ein wenig umweltfreundlicher eingestellt sein: Wir hätten durchaus nichts gegen einen etwas höheren Anschaffungspreis gehabt, hätte man stattdessen Akkus mit in den Karton gelegt – oder gleich einen Litium-Ionen-Akku integriert. Auch der User hätte sich mit Sicherheit mit einem solchen Kompromiss anfreunden können, da die Folgekosten bei der Verwendung von Akkus gegen Null tendieren; wer jedoch schon einmal einen 4er-Pack AAA-Zellen gekauft hat, kann sich unschwer ausrechnen, nach wie viel Betriebsstunden sich der Anschaffungspreis verdoppelt hat.

Lassen wir das Gezeter, schließlich kann sich der Anwender selbst um eine umweltfreundliche Stromversorgung bemühen, die auch beim Einsatz der Player aus dem Hause Z-Cyber fällig wird. Insbesondere der Boom’Pro erwies sich als echtes Hifi-Playerchen, selbst der ach so digitalfeindliche Autor – jedenfalls wenn es um Musik geht – kann sich mit diesem Player für den portablen Einsatz anfreunden. Dass der Pro keine Radio-Funktion integriert, ist nicht weiter schlimm: Will der MSI-User einen herstellerfremden Hörer einsetzen, ist es um den guten Empfang geschehen, da man das Kabel offensichtlich als Wurfantenne einsetzt. Und einen neuen Kopfhörer wird der Z-Cyber-User sich wohl nach kurzer Zeit zulegen müssen – ansonsten fallen einem die Ohren ab! Was will man mehr: Der MP3-Player sieht wie ein Hifi-Gerätchen aus und klingt auch so!

Den Boom’N würden wir eher als USB-Stick mit MP3-Wiedergabefunktion bezeichnen. Wer nicht auf höchste aufiophile Weihen aus ist, der kann mit dem Player problemlos leben, uns hat jedoch der merklich vernehmbare Rauschteppich gestört.

MSI Mega Stick 1
Dieser Test hat eines gezeigt: Wer mehr Geld ausgibt bekommt auch mehr! MSI liefert mitsamt einem guten Kopfhörer ein sehr gutes Produkt mit einem Sack voll Ausstattungsmerkmalen ab. Zu dessen Anschaffungskosten addieren sich lediglich die Kosten für einen Doppelpack (falls eine Zelle immer griffbereit sein soll) AAA-Akkus.




Z-Cyber Boom’N Pro
Der Z-Cyber Boom’N Pro verwöhnt zwar mit einem niedrigeren Anschaffungspreis von 89,90 Euro, rechnet man jedoch die Kosten für hochwertigere Kopfhörer sowie für einen Akkusatz hinzu, relativiert sich der Peis. Trotzdem bleiben wir dabei: Klanglich ist dieser Player ganz hervorragend und kommt verdammt nahe an den audiophilen Discman Panasonic SL-CT570 heran. In Anbetracht der preislichen Diskrepanz um den Faktor 3 ist das eine außerordentlich gute Leistung: Dieser Player hat definitiv einen besseren Hörer verdient!




Z-Cyber Boom’N
Wer ab und zu MP3s hören will, der kommt vermutlich sogar mit dem Budget-Paket in Form des Boom’N für 49.90 Euro aus; wer mit den genannten Abstrichen leben kann, darf trotzdem zugreifen.




Vielen Dank an
MSI Deutschland und Apromatec!




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