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MSI 875P Neo vs. MSI 865PE Neo2 - 1/18
26.06.2003 by holger
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Erinnern wir uns an den 22.05.2003, an diesem Tag berichtete THG über Ungereimtheiten auf dem MSI Springdale-Mainboard 865PE Neo2-FIS2R bei einer CPU-Auslastung von 100%. Das Board übertaktete das System selbständig um 6-8%, jedoch ohne den User über die Übertaktungsarbeiten zu unterrichten. THG wollte nun mit einem speziellen Tool den angeblichen Betrug nachgewiesen und mit dem selben Tool das gleiche Verhalten beim 875P (Canterwood) Mainboard nachgestellt haben. In einem eiligst durchgeführten Testlauf mit dem MSI 875P Neo konnten wir keinerlei Anomalien feststellen!
Meine persönliche Einschätzung ging zum damaligen Zeitpunkt in eine andere Richtung. Zitat "Wie Tom's Hardware auf dem Fehler herum reitet, finden wir indessen nicht besonders fair, zum guten Stil gehört es, bei Problemen und Anomalien den Hersteller zu kontaktieren und an einer konstruktiven Problemlösung zu arbeiten - mit MSI Deutschland hat jedoch niemand Kontakt aufgenommen. Letztlich lässt sich demnach der Fehler darauf reduzieren, dass das dynamische Overclocking nicht abschaltbar ist und nicht dokumentiert wurde. Wer jedoch jemals eine so junge Platine in Händen gehalten hat - bei dem Testmuster hat es sich offenbar um ein Presample gehandelt - der weiß, welche abstrusen Fehler auftreten können. Wir wollen nicht vorschnell urteilen, wir gehen jedoch beinahe davon aus, dass sich der angebliche Betrugsversuch in sehr viel heiße Luft auflösen wird.“

Am 31.05.2005 veröffentlichte MSI das Bios 1.2 und dokumentierte folgende Fixing-Liste:

Demnach schien sich das ganze Geschehen im Handumdrehen in Schall und Rauch aufzulösen: Das erste Bios-Release schaltete ohne Nachfrage beim User das dynamische Overclocking zu. Das neue Bios fixt diesen Umstand und lässt dem User die Wahlmöglichkeit, ob das Feature genutzt werden soll oder nicht! So und nicht anders hätte MSI das Tool natürlich von Anfang an implementieren sollen. Wer jedoch die Probleme junger Produkte kennt, kann diesem Bug (mehr war es nicht) nur ein müdes Lächeln abgewinnen.

Wer sich, wie wir, in Newsmeldungen und Stellungnahmen derart zu einem Thema äußert, muss sich jedoch zurecht den Vorwurf gefallen lassen, die Fakten nicht persönlich überprüft und letztendlich nur Informationen Dritter kommentiert zu haben. Aus diesem Grund wollen wir uns beide Boards, die angeblich außerhalb der Spezifikationen laufen sollen, so jedenfalls die klare Aussage von THG, einem „Dopingtest“ unterziehen. Wir müssen klären, ob beide Boards innerhalb der Spezifikationen laufen und ob beim 865PE-Board DNO optional auswählbar ist. Natürlich verzichten wir nicht auf umfangreiche Performancemessungen, Stabilitätstest sowie Bewertungen der Ressourcenvergabe.

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26.06.2003 by holger
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Die Testkandidaten im Detail


MSI 875P Neo


MSI 865PE Neo2

  MSI 875P NeoMSI 865PE Neo2
DDR-RAM 4 (Dual-Channel A, B)4 (Dual-Channel A, B)
AGP, PCI, ISA, ACR 1 (4x), 5 x PCI 32Bit/33 MHz1 (4x), 5 x PCI 32Bit/33 MHz
COM, LPT, USB 2.0 1, 1, 6/2 über D-LED-Bracket1, 1, 6/2 über D-LED-Bracket
ICH5R: UDMA100/SATA
Promise PDC20378 PATA/SATA
2 / 2
1 / 2
2 / 2
1 / 2
Sound AnalogDevice AD1980C-Media CMI9739A
LAN Gigabit Ethernet Controller i82547EIGigabit Ethernet Controller i82547EI
Firewire VIA VT6306
Per Bracket: 3
VIA VT6306
Per Bracket: 3
Hardwaremonitor JaJa
Lüfteranschlüsse 3 (einer durch NB-Fan belegt)3 (einer durch NB-Fan belegt)
Besonderheiten CoreCell
D-LED
CoreCell
D-LED

Beide Testkandidaten zeigen sich hervorragend ausgestattet: Beide Boards scheinen auf den ersten Blick identisch bestückt zu sein, beide verfügen über die Raid-0-fähige ICH5R, über den Promise PDC20378, der die Raid-Modi 0, 1 und 0+1 unterstützt sowie über den VIA Firewire-Controller VT6306. Auch die üblichen Packungsbeigaben sprengen beinahe das Fassungsvermögen des großen Kartons. 4 SATA-Kabel nebst zugehöriger Stromadapter, einem IDE-Rund- sowie Floppykabel, I/O-Shield, Sound-, Firewire-, D-LED-Bracket, Mainboard- und Raid-Controller-Handbuch, sämtliche Treiberdisketten und Software-Paket (Photoshop SE, WinDVD4, WinRip2, VirtualDrive7, RestoreIT3, Media Ring). Wahnsinn, kann man da nur sagen, insbesondere auf die Benutzerfreundlichkeit wurde enormen Wert gelegt, selten findet man bei der Konkurrenz einen vollständigen Satz Treiberdisketten für die beiden Raid-Controller, die man bei einer frischen Windows-Installation unzweifelhaft benötigt. Lediglich bei dem verbauten Audio-Codec scheiden sich die Geister: Auf dem teureren Canterwood-Board darf ein hochwertiger Analog-Device-Chip seine Arbeit verrichten, auf dem günstigeren Springdale versieht ein C-Media-Vertreter seinen Dienst. Infolgedessen unterscheiden sich die beigelegten Soundbrackets voneinander. Beide Codecs schicken ihre SPDIF-Anschlüsse optisch sowie koaxial auf die Reise, der C-Media darf über dessen Bracket jedoch zusätzlich die Center/Subwoofer sowie die beiden hinteren Kanäle ausführen – demnach muss man beim Canterwood den Micro- und Line-Eingang opfern, insofern man 5.1-Sound genießen will.

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MSI 875P Neo vs. MSI 865PE Neo2 - 3/18
26.06.2003 by holger
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Das Layout
Starten wir den Platinenrundgang auf dem Canterwood-Board beim Back-Panel, aufgrund der geringen Designunterschiede zum Springdale-Board werden wir gegebenenfalls auf Differenzen aufmerksam machen. Insbesondere die sechs USB2.0-Anschlüsse fallen dem User ins Auge, die nebst zwei Com-/Parallel-Port(s) sowie dem Gigabit-Lan- und den Audio- Konnektoren auf engstem Raum integriert wurden. Das 865PE muss sich mit einem COM-Port begnügen, ansonsten bestehen keine Unterschiede.


MSI 875P Neo: Back-Panel


MSI 865PE Neo2: Back-Panel

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Die Mosfets der 4-phasigen Stromversorgung von Intersil werden auf dem Canterwood vorsichtshalber passiv gekühlt, die Stromversorgung auf dem 865PE muss jedoch ohne die Kühlkörper auskommen. Der in unmittelbarer Nähe platzierte 12-V-Stecker soll zwar für größtmögliche Stabilität sorgen, das entsprechende Stromkabel muss jedoch um den CPU-Sockel herumgeführt werden.


MSI 875P Neo: Stromversorgung


MSI 865PE Neo2: Stromversorgung

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26.06.2003 by holger
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Dem Overclocking hilft auf beiden Boards der bekannte Attansic ATXP6 auf die Sprünge, den wir z.B. auf dem Albatron PX865PE vorgefunden haben.


Links: MSI 875P Neo; Rechts: MSI 865PE Neo2

Die Speicherbänke sind zur Visualisierung der beiden Speicherkanäle A und B unterschiedlich eingefärbt und räumlich abgesetzt.
Neben dem ATX-Power-Anschluss sind die beiden IDE- sowie der Floppy-Anschluss/Anschlüsse zu verorten. Beim Canterwood wurde der CoreCell-Chip, der den Northbridge- sowie CPU-Fan steuern, die Lebensdauer der Platine aufgrund spezifikationskonformer Arbeitsbedingungen verlängern, den Stromverbrauch senken und über OC-Maßnahmen wachen soll, neben dem ATX-Anschluss untergebracht; beim Springdale sitzt dieser unterhalb der IDE-Anschlüsse.


MSI 875P Neo: DIMMs, IDE, Floppy


MSI 865PE Neo2: DIMMs, IDE, Floppy

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26.06.2003 by holger
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Warum man bei MSI nicht gleich den blinkenden Northbridge-Fan entsorgt hat, ist uns in Anbetracht der angestrebten Geräuschreduzierung indessen ein Rätsel – schließlich zeigt der Mitbewerb, dass ein solcher Propeller zur Kühlung keinesfalls nötig ist.


Manche nennen ihn auch "Blinky"

AGP-Slot und Speicherbänke haben genügend Platz, sodass Speicherriegel bei verbauter Grafikkarte nach Herzenslust getauscht werden können, auch der um 45°C gedrehte NB-Kühler dürfte zu keinen Komplikationen führen, dafür ist der Kühlkörper zu klein.


MSI 875P Neo: ICH5-R und Promise RAID


MSI 865PE Neo2: ICH5-R und Promise RAID

Die ICH5R sowie deren SATA-Anschlüsse sind am rechten Platinenrand in unmittelbarer Nähe zum Promise PDC20376 zu verorten, der neben den beiden SATA-Anschlüssen einen PATA-Vertreter bereitstellt. Auf der Höhe des vierten PCI-Slots sitzt der Firewire-Controller von VIA (unter dem dezenten Strichcode-Aufkleber), dessen drei Konnektoren am unteren Platinenrand ausgeführt wurden.

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26.06.2003 by holger
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Beim Canterwood befindet sich der verlötete Bios-Chip am linken Platinenrand auf Höhe des dritten PCI-Slots, auf dem Springdale wurde der Flash-Baustein ebenfalls verlötet, wurde jedoch am rechten Platinenrand über dem PATA-Anschluss des Promise angeordnet.


BIOS, leider verlötet - links: MSI 875P Neo; rechts: MSI 865PE Neo2

Der Winbond W83627HF-AW, der das Monitoring sowie die IDE-/Floppy-Anschlüsse/Anschluss übernimmt, befindet sich beim Canterwood auf Höhe des zweiten PCI-Slots, auf dem Springdale wurde dieser in der oberen rechten Ecke der Platine neben die Speicherslots verbannt.


Gigabit-Lan-Controller, hier auf dem MSI 865PE Neo2

Der per CSA angebundene Gigabit-Lan-Controller (Communications Streaming Architecture) darf mit einer Bandbreite von 266MB/s zum Memory Controller Hub (MCH) direkt auf den System-Speicher zugreifen. Auf beiden Boards wurde dieser neben dem AGP-Slot verbaut, um die Wegstrecke zur MCH so gering wie möglich zu halten.

Zwischenstand:
Bis auf den blinkenden NB-Lüfter, den wir nicht besonders schätzen, und dem verlöteten Bios-Chip hat MSI zwei vorzüglich designte Platinen abgeliefert, die bis zur Halskrause mit Features dieser Tage voll gestopft wurden. Gerade wenn viele Funktionen integriert werden sollen, schlägt die Stunde der wahren Könner - da sind wir vom Mitbewerb leider anderes gewöhnt.

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26.06.2003 by holger
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Bios und Overclocking

Overclocking

 MSI 875P Neo/865PE Neo2 Auswählbare Optionen:
CPU External Frequency (MHz) 100 bis 500
CPU Ratio Falls CPU unlocked
AGP/PCI Frequency (MHz) Fix: 66.66/33.33
höhere Auswahlmöglichkeiten
DRAM Frequency 266, 320, 400 MHz, Auto
VCore 1.500-1.600V in 0.025V-Schritten
1.600-2.300V in 0.1V-Schritten
DDR Reference Voltage 2.50-3.30V in 0.05V-Schritten
AGP VDDQ Voltage 1.50-1.60V in 0.05V-Schritten
1.6-2.1V in 0.1V-Schritten

Speichereinstellungen

 MSI 875P Neo/865PE Neo2 Auswählbare Optionen:
Systemperformance MSI 875P: Auto, High Performance, Manual
MSI 865PE: Slow, Fast, Turbo, Ultra Turbo
Speichertakt Auto, 266/333/400, bei FSB533-CPUs auch DDR354
CAS 2.0/ 2.5/ 3.0
tRAS 5-8
tRP 2/ 3/ 4
tRCD 2/ 3/ 4
Burst Length 4/ 8

Beide Boards bieten somit Tuning-Optionen bis zum Abwinken. Tatsächlich sind einige Auswahlmöglichkeiten ein wenig hochgegriffen, eine VCore von 2.3 V oder eine DDR-RAM Voltage von 3.3 V kann für die jeweiligen Komponenten wohl kaum gesund sein.

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26.06.2003 by holger
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Dynamic Overclocking
Wie bereits oben erwähnt, findet sich beim MSI 865PE Neo2 ab Bios 1.2 die Option “Dynamic Overclocking” (DNO) wieder. Bisher mussten wir davon ausgehen, dass mit der Bios-Version 1.0 DNO ungefragt aktiviert wird, es jedoch im Bios keinerlei Auswahlmöglichkeiten gibt, DNO zu deaktivieren. Dem ist definitiv nicht so, sämtliche Messergebnisse lagen mit allen Bios-Versionen innerhalb der Spezifikationen, das Board übertaktete mitnichten, wenn die CPU-Auslastung gegen 100% ging. Demnach muss sich der User, der ein MSI 865PE Neo2 sein Eigen nennt, keinerlei Gedanken bezüglich evtl. Gewährleistungsverluste machen – das Board taktet die Komponenten innerhalb der Spezifikationen! Folgerichtig muss es sich um einen Bug des Vorserienboards gehandelt haben, der DNO per default aktivierte.

Auch das MSI875P Neo, dem genau die gleichen Vorwürfe gemacht wurden, zeigte eine vollkommen reine Weste. Tatsächlich lässt sich DNO noch nicht einmal manuell im Bios aktivieren. Unter DNO stehen folgende Optionen zur Auswahl: Private, Sergeant, Captain, Colonel, General.

MSI Deutschland erklärte uns, dass man offensichtlich der Meinung sei, dass gerade Gamer ihre Systeme übertakten, deshalb habe man die Auswahloptionen entsprechend benannt. Wir halten die Benennung jedoch für äußerst unglücklich, der User hat nicht im Geringsten die Möglichkeit zu überprüfen, welche Parameter das Board in welchem Umfang einstellt.

Tatsächlich wird DNO nur dann aktiviert, wenn das Performance-Profil „Fast, Turbo oder Ultra Turbo“ ausgewählt wurde. Wurde „Slow“ ausgewählt, taktete das System unsere 3.0 GHz-CPU mit 3006.87 MHz, der Speichertakt wurde mit korrekten 200.9 MHZ eingestellt, der PCI-Bus mit 33.4 MHz. Wurde hingegen das Profil „Fast“ gewählt, taktete die CPU mit 3013.58 MHz, der Speicher mit korrekten 200.9 MHz, der PCI-Bus wurde jedoch mit satten 35.49 MHz außerhalb der Spezifikationen betrieben.

Unter „Turbo“ konnten wir die gleichen Beobachtungen treffen wie bei der Auswahl von „Fast“. „Ultra Turbo“ brachte den Rechner sofort zum Absturz.

Demnach ergibt sich folgender Zusammenhang:

 865PE Neo2
ausgewähltes Profil
CPU-Takt Speicher-Takt PCI-Takt
Slow 3006.87 200.9 33.4
Fast 3013.58 200.9 35.49
Turbo 3013.58 200.0 35.49
Ultra Turbo - - -

Im Anschluss prüften wir, welche Taktung sich ergibt, falls der höchste Rang “General” eingestellt wurde.

 865PE Neo2
ausgewähltes Profil/DNS: “General”
CPU-Takt
General+Slow 3006.87
General+Fast 3299.66
General+Turbo 3299.66
General+Ultra Turbo -

Wird also „Slow“ eingestellt, greift DNO nicht, erst wenn höhere Profile gewählt werden, wird DNO aktiviert, wodurch die CPU um ca. 10% übertaktet wird. Dass das erreichte Taktniveau nicht immer ein stabiles Systemverhalten nach sich zieht, dürfte jedem klar sein – es fehlt schlicht und ergreifend die höhere VCore. MSI führt jedoch gerade deshalb DNO ein, um das System nur dann zu übertakten, falls die CPU-Auslastung gegen 100% geht, ansonsten sollen sämtliche Komponenten innerhalb der Spezifikationen arbeiten. Erst wenn das Profil „Fast“ eingestellt wird, wird DNO aktiviert, doch bereits bei dieser Einstellung wird das System außerhalb der Spezifikationen betrieben, dies veranschaulicht unsere Auflistung der Systemzustände in Abhängigkeit des ausgewählten Profils. Wird bei einer CPU-Auslastung von 100% übertaktet, so wird zumindest unter „General“ ein Übertaktungsniveau von ca. 10% eingestellt, wodurch letztlich Spannungsanhebungen notwendig werden, die auch dann wirksam sind, wenn eine Last von unter 100% anliegt. Bei den übrigen DNO-Profilen konnten wir ein unbedenklicheres Overclocking-Niveau von 6-8% diagnostizieren, da hier seltener Spannungsanhebungen notwendig werden. Wir plädieren daher dafür, dass MSI zum jeweiligen Bios, wir gehen davon aus, dass DNO-Veränderungen geplant sind, eine ausführliche Dokumentation der Parameter in Abhängigkeit des ausgewählten DNO-Profils freigibt. Momentan tappt der User mehr oder weniger im Dunkeln; wir sind der Überzeugung, dass beide Boards hervorragende konventionelle Übertaktungsoptionen bieten, die eine genaue Justierung des Overclocking-Niveaus erlauben.

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IDE-Performance
An der ICH5R des MSI 865PE Neo2 zeigte unsere WD800JB bei einer CPU-Auslastung von 3.8% einen Read-Burst von 85.3 MB/s.


MSI 875P Neo: ICH5-R


MSI 865PE Neo2: ICH5-R

Die WD800JB liefert am PDC20378 des Springdale-Boards bei einer CPU-Auslastung von nur 1.8% einen Read-Burst von 87.5 MB/s. An der ICH5R des MSI 875P Neo zeigte unsere WD800JB bei einer geringeren CPU-Auslastung von nur 2.5% einen Read-Burst von 85.9 MB/s.


MSI 875P Neo: Promise RAID


MSI 865PE Neo2: Promise RAID

Am PDC20378 liefert die WD800JB des Canterwood-Boards bei einer CPU-Auslastung von nur 1.2% einen Read-Burst von hervorragenden 87.7 MB/s. In der Tendenz scheint die IDE-Performance auf dem Canterwood-Board, bei gleichzeitig niedrigerer CPU-Auslastung, geringfügig besser auszufallen – in der Praxis spielen solch geringe Abweichungen keine Rolle.

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IRQ-Routing

  Int A Int B Int C Int D Int E Int F Int G Int H
PCI 1 shared - - - - - - -
PCI 2 - shared - - - - - -
PCI 3 - - shared - - - - -
PCI 4 - - - shared - - - -
PCI 5 - shared - - - - - -
AGP shared - - - - - - -
USB Controller HC0/1/2/3 shared - shared shared - - - -
USB 2.0 Controller - - - - - - used -
NIC - - shared - - - - -
SATA ICH5 - - shared - - - - -
SATA Controller Promise - - - - - used - -
Onboard Sound - shared - - - - - -
Firewire - - - - used - - -

Insbesondere durch den hohen Integrationsgrad, werden die vorhandenen Ressourcen arg strapaziert. Kritische Karten sollten daher in Slot 4 verbaut werden, ein Sharing mit einem USB-Hub sollte keine Probleme verursachen.

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USB2.0 Performance

SiSoft Sandra 8.59 Punktzahl Sequential Read Sequential Write
MSI 865PE Neo2 17859 25 MB/s 25 MB/s
MSI 875P Neo 17791 25 MB/s 25 MB/s
Intel D865GBF 17741 25 MB/s 25 MB/s
Intel D875PBZ 15414 21 MB/s 25 MB/s
Asus A7N8X Deluxe 15226 20 MB/s 27 MB/s
SOYO SY-KT400 10799 16 MB/s 16 MB/s
ASUS A7V8X 9216 13 MB/s 14 MB/s
MSI KT3 Ultra2 8007 11 MB/s 18 MB/s
Asus P4C800 6159 3,2 MB/s 25 MB/s

Die beiden MSI-Boards gehören unzweifelhaft zu den USB2.0-Sprintern, wobei das Springdale einen knappen Punktsieg für sich erkämpfen kann. In der Praxis werden sich naturgemäß keinerlei Unterschiede zwischen den Vertretern ergeben, beide zeigen eine hervorragende Read-/Write-Performance von 25 MB/s.

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RightMark Audio Analyzer

RightMarkt 5.0 Asus P4C800 Intel D865GBF MSI 865PE Neo2 MSI 875P Neo
Frequency response, dB
Bezugsfrequenz: 40Hz,15KHz
(geringere Abweichungen sind besser)
+0.15;-0.84 +0.20;-0.90 +0.13; -1.80 +-0.0,+-0.0
Noise level, Eigen-Rauschpegel, dBA
(niedrigere Werte sind besser)
-78.7 -77.9 -61.3 -80.2
Dynamic range, Dynamik-Bereich, dBA
(größere Werte sind besser)
78.4 77.1 56.7 78.3
Total Harmonic Distortion (Klirrfaktor) %
(niedrigere Werte besser)
0.015 0.017 0.354 0.017
Intermodulation distortion, %
(kleinere Werte sind besser)
0.067 0.070 3.371 0.055
Stereo crosstalk (Übersprechen), dB
(niedrigere Werte besser)
-77.3 -77.3 -61.4 -81.0

Der Onboard-Sound des Canterwood-Vertreters gehört eindeutig zum Besten, was wir bisher im Bereich Onboard-Audio gesehen, pardon, gehört haben. Die Werte der C-Media-Lösung auf dem 865PE zeigen dahingegen durchschnittliche Werte, die als Hintergrundberieselung durchgehen, jedoch kaum höhere Ansprüche erfüllen.

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26.06.2003 by holger
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Stabilität
Auch beim Release einer neuen Plattform lassen wir es uns nicht nehmen, den Kandidaten durch unseren kompletten Stabilitäts-Parcours zu scheuchen.

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26.06.2003 by holger
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Die Benchmarks

  MAGIX mp3 maker platinum (Patch 3.03d)
Intel D875PBZ
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
45,39
MSI 865PE Neo2 42,53
Intel D865GBF
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
42,44
Asus P4C800
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
42,24
MSI 875P Neo 41,41
Intel 850EMV2
P4 3.06 GHz
mit HT
39,57
Intel 850EMV2
P4 2.8 GHz PC1066
32,27
Intel 850EMV2
P4 2.53 GHz PC1066
31,23
(Nur in Verbindung mit dem Patch 3.03d ist das Programm benchmarkfähig!)

Das Springdale von MSI schlägt das Canterwood-Board aus gleichem Haus sowie das Intel-Springdale. Insbesondere bei Encoding-Aufgaben sollten eigentlich die PAT-Vertreter die Nase vorne haben.

Sandra
2002.1.8.59
Dhrystone Whetstone INT/SSE FPU/SSE Mem/INT Mem/FPU
Intel 850EMV2
P4 3.06 GHz
mit HT
7055 2478/5797 14316 22765 3371 3364
Asus P4C800
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
7024 2432/5934 14135 22052 4966 4928
MSI 875P Neo 7012 2436/5904 14138 22565 4426 4447
Intel D865GBF
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
6937 2426/5972 14075 22444 4638 4666
Intel D875PBZ
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
6906 2425/5846 14068 22347 4835 4853
MSI 865PE Neo2 6863 2439/6075 14151 22518 4402 4381
Intel 850EMV2
P4 2.8 GHz PC1066
5529 1512/3491 11005 13578 3290 3275
Intel 850EMV2
P4 2.53 GHzPC1066
4677 1316/3093 10009 12209 3277 3274

Erneut liegen beide MSI-Boards dicht beieinander, insbesondere die Memory-Wertung zeigt ungewöhnliche Ergebnisse: Das MSI875P ist für ein Canterwood-Board zu langsam, man könnte meinen, dass PAT nicht deaktiviert ist.

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MSI 875P Neo vs. MSI 865PE Neo2 - 16/18
26.06.2003 by holger
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FutureMark PCMark2002/CPU PCMark2002/MEM 3DMark2001SE
Asus P4C800
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
7499 9455 14941
Intel 850EMV2
P4 3.06 GHz
mitHT
7475 6382 13831
Intel D875PBZ
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
7432 8979 14735
MSI 865PE Neo2 7415 7871 14194
Intel D865GBF
mit HT
7388 8596 14551
MSI 875P Neo 7224 8013 14201
Intel 850EMV2
P4 2.8 GHzPC1066
6850 6494 12418
Intel 850EMV2
P4 2.53 GHzPC1066
6191 6448 11861

Auch hier das gleiche Bild: Der Verdacht, dass MSI beim 875P Neo PAT nicht aktiviert hat, verhärtet sich, ansonsten ergeben sich geringe Abweichungen. Insbesondere der schwache 3DMark-Wert des Canterwood-Boards ist als Ausfluss der niedrigen Memory-Performance zu werten.

OpenGL & DirectX Vulpine GL
1024x768x32
Codecreatures
1024x768x32
Cinebench
Shading
Cinebench
Raytrace
Single CPU
Cinebench
Raytrace
Multi CPU
Asus P4C800
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
100,7 30,7 fps
10,8 Mio
25,50 31,15 35,32
MP-Factor:
1.13
Intel D875PBZ
P4 3.00 GHz FSB800
mit HT
100,2 30,7 fps
10,8 Mio
26,21 30,96 35,32
MP-Factor:
1.14
Intel D865GBF
mit HT
100,1 30,7 fps
10,8 Mio
26,02 30,95 35,19
MP-Factor:
1.14
MSI 865PE Neo2 99,7 30,7 fps
10,8 Mio
25,90 31,06 34,45
MP-Factor:
1.11
MSI 875P Neo 99,0 30,7 fps
10,8 Mio
25,88 31,06 35,20
MP-Factor:
1.13
Intel 850EMV2
P4 3.06 GHz
mit HT
83,9 29,5 fps
10,3 Mio.
25,22 31,06 34,71
MP-Factor:
1.12
Intel 850EMV2
P4 2.8 GHz PC1066
83,2 28,9 fps
10,1 Mio.
22,09 28,42 -
Intel 850EMV2
P4 2.53 GHz PC1066
82,7 28,4 fps
9,9 Mio.
21,13 25,39 -

Beide MSI-Vertreter liegen erneut dicht beieinander…

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MSI 875P Neo vs. MSI 865PE Neo2 - 17/18
26.06.2003 by holger
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Video TMPEG mit Hyper Threading
Multi Threaded
TMPEG mit Hyper Threading
Single Threaded
Asus P4C800
P4 3.00 GHz FSB800
48,06 fps 39,68 fps
MSI 875P Neo 47,93 fps 38,86 fps
Intel D875PBZ
P4 3.00 GHz FSB800
47,76 fps 39,27 fps
Intel D865GBF 47,17 fps 38,86 fps
MSI 865PE Neo2 46,72 fps 38,46 fps
Intel 850EMV2
P4 3.06 GHz
46,45 fps 38,86 fps

Bei TMPEG kann sich das 875P einigermaßen deutlich vor dem 865PE platzieren…

  Mainconcept 1.3.1 AVI-to-MPEG Converter mit Hyper Threading
Asus P4C800
P4 3.00 GHz FSB800
1692 Sekunden
Intel D865GBF
P4 3.00 GHzFSB800
1721 Sekunden
Intel D875PBZ
P4 3.00 GHz FSB800
1729 Sekunden
MSI 875P Neo 1734 Sekunden
MSI 865PE Neo2 1741 Sekunden
Intel 850EMV2
P4 3.06 PC1066
1773 Sekunden

… um sich bei Mainconcept knapp vor dem Springdale ins Ziel zu retten. Insbesondere das Intel-Springdale-Board zeigt ein hervorragendes Performance-Niveau und kann sich gegenüber dem restlichen Testfeld gut behaupten.

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MSI 875P Neo vs. MSI 865PE Neo2 - 18/18
26.06.2003 by holger
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Fazit und Empfehlung
Eines gleich vorweg: Die heimlichen Overclocking-Mätzchen konnten wir weder mit dem MSI 875P Neo noch mit dem MSI 865PE Neo2 verifizieren – beide Boards haben eine reine Weste. Obwohl MSI erst ab der Bios-Version 1.2 des Springdale-Boards die Option „Dynamic Overclocking“ eingeführt hat, konnte selbst mit dem Release-Bios 1.0 kein untadeliges Verhalten festgestellt werden. Demnach können lediglich die Vorserien-Boards von einem Bug betroffen sein, der DNO automatisch aktiviert, ohne den User in Kenntnis zu setzen.
Um ehrlich zu sein, konnten wir uns kaum für DNO begeistern, der User kann schlicht und ergreifend nicht von den Bezeichnern im Militär-Jargon auf das tatsächliche Overclocking-Verhalten schließen. Wir können dem User nur dazu raten, die sehr umfangreichen konventionellen Overclocking-Optionen zu nutzen.

Die Performance des 875P konnte leider nicht ganz überzeugen, uns kommt es beinahe so vor, dass man vergessen hat, PAT zu aktivieren. Das 865PE Neo2 liegt voll und ganz auf dem Performance-Niveau der anderen Springdale-Vertreter, die wir in unserem letzten Vergleichstest unter die Lupe genommen haben. Das Intel-Springdale kristallisiert sich unterdessen immer mehr als Performance-King, der locker mit so manchem Canterwood mithalten kann, heraus.

Beide Boards zeigen sich hervorragend ausgestattet, beide sind bis an den Platinenrand mit Features vollgestopft. Besonders erwähnenswert erscheint die qualitative Umsetzung der Zusatzfunktionen: MSI setzt voll auf die PCI-Bus-schonende CSA-Anbindung und integrierte Raid0-Lösung der ICH5R. Um dem Ganzen das Sahnehäubchen aufzusetzen, wird ein vollwertiger Promise-Raid-Controller verbaut, der die Modi 0, 1 und 0+1 implementiert. Der Onboard-Sound des 875P gehört sicher mit zu den besten Lösungen am Markt, die Umsetzung des 865PE mit C-Media-Codec kann da leider nicht ganz mithalten – angesichts des Preisunterschieds von 30 Euro zwischen beiden Boards geht dies voll und ganz in Ordnung.

MSI 875P Neo:
Die Bewertung beider Platinen fällt uns diesmal besonders schwer. Das 875P Neo ist ein hervorragendes Board, das jedoch lediglich das Performance-Niveau eines Springdale-Boards erreicht. Falls es MSI gelingt, den Performance-Knoten platzen zu lassen, wäre ohne Zweifel ein Editor’s Choice drin, so reicht es aufgrund des auseinanderklaffenden Preis-Verhältnisses zu anderen Springdale-Boards nur zu einem „Gut“.

Checkliste MSI 875P Neo:


MSI 865PE Neo2:
Das 865PE hat alles und kann beinahe alles, DNO sollte der User aber nicht als Kaufargument zu Rate ziehen, die konventionellen Übertaktungsoptionen sind einfach zu gut. Bei einem Preis von gerade einmal 170 Euro kann man in Anbetracht der satten Ausstattung und guten Leistung kaum etwas falsch machen. Die qualitative Umsetzung des Onboard-Sounds fällt jedoch hinter die des großen Bruders zurück. Warum man den Bios-Chip verlöten und dem Board einen blinkenden Northbridgelüfter spendieren musste, ist uns unverständlich.

Checkliste MSI 865PE Neo2:


Unser Dank gilt MSI Deutschland für die Teststellung der beiden Mainboards sowie Corsair für die Bereitstellung des TWINX- und PC3500-Speicher.

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