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Netzteil-Roundup 2005/2006 – 14 Netzteile zwischen 350 und 550 Watt - 13/20
Antec Neo 500 Watt Im Vergleich zum NeoPower 480 Watt möchte Antec allerdings eine deutlich bessere Effizienz bieten, denn der Vorgänger arbeitete nicht nur sehr stabil, sondern verbrauchte dabei auch mehr Strom als die Mitbewerber. Das "HE" des Antec Neo HE 500 Watt steht somit für "High Efficiency", das Netzteil soll einen Wirkungsgrad von beeindruckenden 85% erreichen. Dabei erfüllt es die Anforderungen des ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 , welcher 70% bei Vollast, 72% bei Halblast sowie 65% bei geringer Last fordert. Zudem entspricht das Antec Neo 500 Watt der EPS 12V Spezifikation. Etwas überraschend verzichtet Antec auf den 120 mm Lüfter des Vorgängers und verbaut einen einzelnen 80 mm Lüfter auf der Rückseite des Netzteiles. Oberhalb der CPU wird daher keine Luft angezogen und abgeführt. Antec setzt laut eigener Angabe auf einen einzelnen 80 mm Lüfter, da das neue Design nur wenig Abwärme erzeugt und mehrere oder größere Lüfter somit nicht mehr notwendig sind. Die Lautstärke des automatisch regelnden Lüfters liegt laut Antec unter 18 dB(A). Die Verarbeitung ist einwandfrei, im Inneren des Netzteils sehen wir einen klar definierten Kühlkanal mit zwei voluminösen Kühlkörpern. Die abnehmbaren Kabel sitzen bombenfest, vielleicht sogar etwas zu fest, um sie bequem abnehmen zu können. Da wir das Antec Neo HE 500 Watt gleich zweimal bekommen hatten, dazu gleich mehr, konnten wir beide Geräte miteinander vergleichen und stellten dabei fest, daß Antec den 20+4 ATX-Stecker zwischen Dezember und Januar geändert hat. In der alten Version schiebt man die 4-Pin Ergänzung in zwei Schienen ein, die neue Variante hat auf der einen Seite einen Clip und auf der anderen Seite eine feste Verbindung, die durchgebrochen werden muß. Das ist natürlich nicht sonderlich elegant und einmal getrennt halten die beiden Teilstecker auch nur noch mäßig zusammen. Lieferumfang:
Technische Daten:
In der 500 Watt Klasse sehen wir sehr unterschiedliche Ansätze. Während die beiden +12 Volt Spannungskreise des be quiet! BQT P6 520 Watt zusammen 396 Watt leisten, kommen die drei +12 Volt Spannungskreise des Cooler Master Real Power 550 Watt nur auf 360 Watt. Antec stellt beide Mitbewerber in den Schatten und bringt in der Addition der drei +12 Volt Spannungskreise satte 456 Watt auf die Waage. Betrachten wir einmal die Stromstärke der +5 Volt Schiene der anderen Testkandidaten:
Mit seinen 17 Ampere liegt das Antec Neo HE 500 Watt deutlich unter allen Mitbewerbern. Als Richtwert hatten wir in der Vergangenheit zumeist empfohlen, daß man beim Netzteilkauf auf mindestens 25 Ampere auf der +5 Volt-Schiene achten soll. Zugegeben, die +12 Volt Spannungskreise sind in letzter Zeit immer wichtiger geworden, doch 17 Ampere? Der ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 sieht bei der typischen Leistungsverteilung eines 250 Watt ATX12V-Systems immerhin eine Anforderung von bis zu 12 Ampere für +5V VDC, der selbe Wert wird auch für 300 und 350 Watt ATX12V-Systeme angegeben. Ab 400 Watt steigt die Anforderung auf 14 Ampere, bei 450 Watt liegt sie bei 15 Ampere. Antec liegt mit 17 Ampere zwar im Soll, andere Hersteller bieten aber deutlich mehr Spielraum. Auch die 23 Ampere der +3,3 Volt-Schiene sind recht knapp dimensioniert, denn bereits bei 450 Watt ATX12V-Konfigurationen können laut ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 bis zu 22 Ampere benötigt werden. Daher zum Vergleich hier auch die Werte der anderen Testkandidaten:
Und warum reiten wir auf der +3,3 und +5 Volt Leistung so herum? Weil unser erstes Testmuster genau auf diesen Leitungen die Hürde riss! Im Lasttest sahen wir Reboots kurz nachdem die +3,3 Volt-Schiene mit +3,2 Volt an der -4% Abweichung kratzte und sich die +5 VDC mit +4,77 Volt und -4,6% Abweichung der maximal zulässigen Grenze von -5% näherte.
UPDATE 23.02.2006:
Auch mit dem Asus A8N-SLI Deluxe arbeitete das neue Netzteil klaglos zusammen. Hatten wir einfach nur eine fehlerhafte Serie erwischt? Wir fragten bei Antec nach, bekamen aber erst nach der Veröffentlichung unseres Testberichtes eine Antwort. Folgendes können wir nun bestätigen:
Wir wurden von Antec gebeten, uns auf obige Aussagen zu beschränken und da diese zutreffen, haben wir auch kein Problem damit. Gerne hätten wir unseren Lesern zudem mitgeteilt, an welchem Detail sich die alte und die neue Revision der Netzteile unterscheiden lassen und welche Mainboards von der Inkompatibilität betroffen sind. Wir wurden jedoch gebeten, diese Informationen, welche uns teilweise vorliegen, nicht zu veröffentlichen und diese Bitte respektieren wir. Damit ist es uns aber leider auch nicht möglich, eine Empfehlung für dieses Produkt auszusprechen, da sich der Kunde beim Kauf nicht sicher sein kann, ob es Probleme mit seinem Mainboard gibt und welche Revision des Netzteiles er erwirbt. Solche Kompatibilitätsprobleme sind keine Seltenheit und sagen nur wenig über die Qualität des Produktes aus, da zumeist erst das Zusammenspiel bestimmter Komponenten das Problem hervorruft. Unabdingbar ist in unseren Augen jedoch der transparente Umgang mit solchen Problemen - insbesondere wenn sich der Hersteller mit seinem Produkt an Retail-Kunden wendet. Bleibt noch die Frage, warum Antec - gerade im Vergleich zum NeoPower 480 Watt - die +3,3 und +5 Volt Leitung derart herunterfährt. Die Antwort ist einfach: Um die Effizienz des Netzteils zu steigern. Es ist wesentlich einfacher, den durch die Steckdose ankommenden Wechselstrom mit geringen Verlusten auf die +12 Volt Spannungskreise zu verteilen, als ihn ebenso verlustarm auf noch niedrigere Spannungsniveaus, wie z.B. +3,3 oder +5 Volt, zu bringen. Eine stärkere 3,3 oder 5 Volt Schiene bei gleichzeitig hoher Effizienz verlangt deutlich mehr Aufwand. Und mit sinkender Effizienz steigt auch die Abwäre, wodurch wiederum eine aufwendigere und im Zweifelsfall auch lautere Kühlung notwendig wird. Anschlüsse:
1. Einleitung und Übersicht |
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