www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-qt400w-print.phtml
Im Test: QTechnology – Papst Series mit 400 Watt - 1/4
14.12.2003 by holger
Zur HTML-Ansicht
Heute wollen wir euch einen für viele User bislang recht unbekannten Netzteilhersteller vorstellen: QTechnology nennt sich das Markenzeichen, wobei QTechnology.net eine europäische Initiative des Unternehmens Interpac B.V. ist, ansässig im niederländischen Capelle aan den Ijssel.
Ganz unverhohlen meint man auf der Rückseite der Netzteilverpackung: „Let’s talk about quality“. Überaus wohltuend hört sich ein solcher Satz in einem Marktumfeld an, das offensichtlich nur „billig“ kann und darüber die Qualität vergisst. Schade, wirklich schade meinen wir; insbesondere dann, wenn immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen dem Geiz-Wahn zum Opfer fallen. Warum begreift der deutsche Kunde nicht, dass Qualität seinen Preis hat und haben muss?!
Um den Qualitätsgedanken besser transportieren und kommunizieren zu können, prangt der kaum zu übersehende Aufdruck „Papst Series“ auf der Vorderseite des Kartons. Weiter heißt es da: „Ultra Quiet Power Supply, QTechnology Papst Series, with Papst quality fan integrated, long lifetime guaranteed“. Der nachfolgende Test wird demnach zu klären haben, ob man da nicht den Mund zu voll genommen hat. Um luftleere Taiwan-Werbesprüche wird es sich wohl nicht handeln, schließlich sitzt Interpac in den Niederlanden; aber wer weiß, was man da wieder geraucht hat….
Unser Dank gilt QTechnology für das in uns gesetzte Vertrauen und die Bereitstellung des Testmusters.
Im Test: QTechnology – Papst Series mit 400 Watt - 2/4
14.12.2003 by holger
Zur HTML-Ansicht
Der Testkandidat im Detail
| QTechnology „Papst Series“ | |
| Leistung | 400 Watt |
| Pentium 4 tauglich | Ja |
| Lüfter | 2 x 80 mm-Lüfter, temperaturgeregelt |
| Lautstärke | sehr leise |
| Extras | Kaltgeräteanschlusskabel, separater S-ATA-Stromanschluss englischsprachiges Handbuch |
Besonders lobenswert finden wir die Beigabe eines Handbuchs, das den User hinsichtlich der Spezifikationen nicht im Dunkeln stehen lässt: Da werden dem User die maximalen Schwankungen erläutert, sodass dieser in etwa abschätzen kann, ob die Spannungsschwankungen am heimischen Rechner in Ordnung gehen oder eben nicht. Weiter überrascht der Hersteller damit, dass man die Qualität der Netzteile durch das ENKO Prüflabor in Deutschland sicherstellt, wobei ENKO die Qualität sowie den Geräuschpegel dB(A) der QTechnology-Netzteile nach der europäischen Norm DIN EN 27779 kontrolliert und zertifiziert. Wohl gemerkt, wir sprechen hier nicht von einem teuren Servernetzteil, bei dem der großzügigere Kostenrahmen solche Sperenzchen ermöglicht, sondern von einem hochwertigen Consumer-Produkt. Schlappe 20,5 dB(A), es handelt sich wohlgemerkt um die gesamte Geräuschentwicklung des Netzteils, also nicht um eine solche, die sich ausschließlich auf die der verbauten Lüfter bezieht: Insbesondere im verbauten Zustand kann der zuvor als leise empfundene Lüfter aufgrund von zahlreichen Strömungsgeräuschen (Interferenzen und Resonanzen) störend laut empfunden werden. Folglich stellen die beiden hochwertigen Papst 8412 NGM lediglich einen Teilaspekt dar; in Verbindung mit einem unsauber konstruierten Innenraum wäre jedoch kein Silent-Ergebnis erzielbar.
Im Test: QTechnology – Papst Series mit 400 Watt - 3/4
14.12.2003 by holger
Zur HTML-Ansicht
Der Innenraum kann im Vergleich zu vielen anderen Testkandidaten als regelrecht „aufgeräumt“ bezeichnet werden, insbesondere die strömungsoptimierten Kühlerprofile fallen unmittelbar ins Auge. Zur besseren Wärmeableitung kommen wohl – neben dem konventionellen Aluminiumprofil – Profile aus einer Legierung zum Einsatz, die zwar an Kupfer erinnert, jedoch beim genaueren Betrachten nicht als solche identifiziert werden kann. Anders als beim be quiet!, bei dem zusätzliche Profile auf dem vorhandenen Kühler verschraubt wurden, sind beim QTechnology zwecks besserer Wärmeableitung keine nachträglichen Tuningmaßnahmen erkennbar: Das gesamte Innenraumkonzept wirkt durchdacht und wie aus einem Guss.
Um Schwingungen gleich im Keim zu unterdrücken, werden Spulen sowie Kondensatoren vergossen – das sieht nicht immer schön aus, ist aber unumgänglich. Den Qualitätseindruck unterstreicht das handschriftliche abgezeichnete Prüfsiegel – wie kann man sich den Aufwand bei einem Consumer-Produkt bloß erlauben?
Im Ausstattungskapitel verliert der Testkandidat jedoch gegenüber so manchem Kraftmeier: Es wird keine interne Gehäuselüfterregelung verbaut, noch nicht einmal die Drehzahl der verbauten Papst-Lüfter darf der User überwachen. Das dürfte bei der sehr niedrigen Drehzahl, mit der die Lüfter säuseln, wohl kaum sinnvoll sein, da die meisten Mainboads derart niedrige Drehzahlen schlechtweg nicht auslesen können. Ob eines möglichen Netzteilausfalls braucht sich der User wohl aufgrund der spezifizierten Lebensdauer (MTBF) von 100.000 Stunden wohl kaum Gedanken machen.
Statt allem Pomp konzentriert man sich auf eine sorgfältig ausgelegte Steuerung der beiden Papst-Lüfter; der Messfühler wurde penibel mittels Schrumpfschlauch am Kühler befestigt. Dass von den beiden Propellern im Laufenden Betrieb kaum etwas zu hören war – allenfalls ein sehr leises Säuseln -, brauche wir eigentlich nicht extra erwähnen. Auch nach stundenlangem Betrieb wurde das Netzteilgehäuse lediglich 30 °C, die Abluft hingegen nur 38 °C warm – ein hervorragendes Ergebnis, das auf eine effiziente Arbeitsweise des Netzteils schließen lässt.
Dem Anwender stehen fünf 4-Pin- und zwei Floppy-Anschlüsse, der übliche 20-Pin ATX-Haupt-Anschluss sowie ein 6-Pin AUX-Mainboard- und der +12 V-Anschluss zur Verfügung. Die Kabellänge kann als bescheiden bezeichnet werden: ATX-, Auxiliary-, 12V- sowie ein 4-Pin-Anschlusskabel – offensichtlich soll der User hier den mitgelieferte S-ATA-Adapter anschließen - verfügen über eine Länge von nur 42 cm, die zwei Kabelbäume, die die übrigen Geräte-Stecker ausführen, weisen jeweils eine Länge von insgesamt 70 cm auf. Mitbewerber bringen es auf mehr an Kabellänge, sodass dem User in so manchem großen Towergehäuse das Kabel ausgehen kann.
Im Test: QTechnology – Papst Series mit 400 Watt - 4/4
14.12.2003 by holger
Zur HTML-Ansicht
Ergebnisse
Die Leistungsverteilung des Antec-Netzteils:
| Leistung in Ampere | |
| +5 V | 32 A |
| +12 V | 18 A |
| -5 V | 0,5 A |
| -12 V | 0,8 A |
| +3.3 V | 28 A |
| + 5 VSB | 3 A |
| Total Output +3.3 V & 5 V | 220 W |
| Total Output +3.3 V & 5 V & 12 V | 380 W |
Der Testkandidat wurde mit nachfolgendem Testsystem konfrontiert: MSI K8T Neo, AMD Athlon 64 3200+, GeForceFX 5900Ultra, 2x WD800JB, Toshiba SD-M1612 sowie 512 MB DDR-RAM.
Wir messen die Schwankungen mit einem digitalen Voltmeter direkt am ATX-Stecker, während über einen Zeitraum von mindestens drei Stunden unser Stabilitätstest (Prime95, SiSoft Sandra BurnIn und 3DMark2001SE) läuft. Wünschenswert sind Schwankungen unter 3 Prozent, betrachten wir die Ergebnisse des Top QTechnology 400 Watt:
| Messergebnisse des Lasttestes: | ||
| Abweichung | in % | ![]() |
| + 12V | +12.04 +11.92 | |
| + 5V | +5.08 +4.98 | |
| + 3,33V | +3.32 +3.29 | |
Alles im grünen Bereich! Das QTechnology lässt sich mit unserem Testsystem einfach nicht aus dem Tritt bringen – obwohl wir die P-States des Athlon 64 hoch und runter schalten ließen. Die Ergebnisse sind vorbildlich.
Fazit und Empfehlung
Überaus angetan waren wir von der State-of-the-Art Verarbeitungsqualität, da kann allenfalls unsere Netzteilreferenz von Antec mithalten. Beim Preis von 109.95 Euro darf man ohne Nebenwirkungen schwach werden. Das QTechnology ist erfrischend puristisch ausgestattet, es übertreibt nicht mit Werbebotschaften, die es nicht einhalten kann, sondern ist schicht und ergreifend ein stabiles und dazu sehr leises Netzteil, das selbst in Silentrechnern kaum störend wahrgenommen wird – wie auch, bei real gemessenen 20,5 dB(A)! Demnach können wir die Frage, ob die Niederländer zu viel versprochen haben, mit einem klaren „Nein!“ beantworten. „Let’s talk about Quality“, steht da auf dem Karton – gerne, gerne auch öfter!
Wir wollen keine durchsichtigen Netzteile, die noch nie etwas von EMV-Abschirmung gehört haben und wir mögen auch keine Blinkelüfter, die es dem User unmöglich machen, zu entscheiden, ob das Netzteil brennt oder Lichtbögen schlägt oder im Normalmodus arbeitet.
Zum Editor’s Choice hat es aus zweierlei Gründen nicht gereicht: Zum einen finden wir die Kabellänge in Verbindung mit der knappen Anzahl an vorhanden Abgriffen ein wenig unterdimensioniert. Zum anderen zeigt Antec mit seiner TruePower-Serie – mittlerweile sind deren Netzteile in erträgliche Preisregionen abgerutscht -, dass Attribute wie Verarbeitung, Ausstattung und Leistung allesamt in einem Produkt vereinbar sind.
Bei der spezifizierten Lebensdauer (MTBF) hat das QTechnology gegenüber unserem Antec 20.000 Stunden mehr zu bieten…
| ||||||||||||
www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-qt400w-print.phtml