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Termalrigt SK6 gegen Swiftech MCXC370
17.06.2002 by staedler


links: 80, 92, 120 mm Lüfter/Fanadapter; rechts: der "kleine" Swiftech

Hallo und guten Tag. Mein Name ist Staedler und ich werde ab jetzt das Au-Ja Team mit einigen Testberichten unterstützen. Den Anfang macht der Kühler Swiftech MCXC370 mit verschiedenen Fanadaptern und Lüftern. Er muss sich mit dem Thermalright SK6 messen. Nun zu unseren Testkandidaten: Dass der Thermalright ein guter Kühler ist, hat er in der Vergangenheit schon öfter bewiesen. Der Swiftech wird es also nicht leicht haben gegen ihn zu bestehen. Qualitativ liegen beide Kühler auf ähnlichem Niveau, wobei der Swiftech durch seine vielen schraubenähnlichen Stäbe eine bessere Optik aufweist. Die Bodenplatte ist bei beiden poliert und bedarf keiner Nacharbeit. Dank der geringen Abmessungen beider Kühler sollte es keine Probleme mit der Montage geben, beide sollten problemlos auf alle Boards passen. Ganz anders sieht es mit den Fanadaptern aus, mehr dazu weiter unten. Bei der Befestigung der beiden Kühler scheiden sich dann die Geister: Während der SK6 auf die altbewährte Halteklammer setzt, sieht die Welt beim Swiftech anders aus. Hier findet man eine Kombination aus Schraube und Feder vor. Die Haltelasche wird auf beiden Seiten am Sockel untergehakt und anschließend muss nur noch die Schraube aufdreht werden - das war’s! Diese Art der Befestigung ist, wenn man sich daran gewöhnt hat, einfacher und auch sicherer. Wie oft ist es schon passiert, dass man beim Einhaken der Halteklammer mit dem Schraubendreher abrutscht und sich einen Schaden am Board einhandelt.
Beim Swiftech ist das nicht möglich. Etwas unangenehm sind die schwergängigen Schrauben. Das soll aber dem bis jetzt sehr guten Eindruck keinen Abbruch tun. Positiv ist auch, dass der Swiftech auf beiden Seiten alle drei Kunststoffnasen des Sockels umschließt. Damit kann man ihn auch dann noch benutzen, wenn eine Kunststoffnase abgebrochen ist. Die Befestigung der Lüfter auf dem Kühlkörper ist ebenfalls grundverschieden. Während beim SK6 der Lüfter einfach mit Halteklammern befestigt wird, kommen beim Swiftech Schrauben zum Einsatz. Auch werden beim Swiftech Gummipuffer verwendet, welche sich zwischen Lüfter und Kühlkörper befinden. Sie verhindern sehr effektiv ein Weiterleiten der Schwingungen auf das Board. Somit ist die Geräuschkulisse beim Swiftech etwas niedriger als beim SK6. Da beide Kühler ein sehr hohes Eigengewicht aufweisen, sollte man den Rechner bei montiertem Kühler sehr vorsichtig transportieren. Lange Rede kurzer Sinn, kommen wir nun zu den Temperaturmessungen.


Clever: die fortschrittliche Klammer beim MCXC370

Zum Einsatz kommen folgende Lüfter:

  • 60mm YS-Tech Silent 28 dBa
  • 60mm YS-Tech Normal 36 dBa
  • 80mm YS-Tech Silent 23 dBa
  • 92mm YS-Tech Normal 32 dBa
Für die beiden großen Lüfter (80mm/92mm) wurden passende Fanadapter benutzt.

  Thermalright SK6
YS 60mm silent
Thermalright SK6
YS 60mm normal
Swiftech MCXC370 YS 60mm silent Swiftech MCXC370 YS 60mm normal Swiftech MCXC370
YS 80mm Silent + Fanadapter
Swiftech MCXC370
YS 92mm Normal + Fanadapter
Systemstart 43 43 41 40 42 41
IDLE 47 45 44 42 47 46
LAST 55 53 53 50 58 56

Die Raumluft betrug während des gesamten Tests 19,5°C.

  1. Das Gehäuse (AOpen) war geöffnet; 3 Gehäuselüfter waren in Betrieb.
  2. Die Raumtemperatur wurde vor dem Test gemessen.
  3. Die IDLE Temperatur wurde unter Windows XP etwa 20 Minuten nach Systemstart gemessen.
  4. Die Last Temperatur wurde durch eine Kombination aus den SiSoft Sandra 2002 Burn-In CPU-Tests, Prime 95 Troture Test und MadOnion's 3DMark2001 in einer Endlosschleife gemessen. Nach 60 Minuten Dauerlast wurde die Temperatur ermittelt.


Einfach die Schraube aufdrehen!

Als CPU kam ein AMD XP1800+ zum Einsatz. Alle Messungen wurden auf einem Epox 8K3A+ Rev. 1.2 durchgeführt, welches schon die Auslesung der internen Thermaldiode unterstützt. Als Wärmeleitpaste wählte ich die Sub Zero. Um Verfälschungen vorzubeugen, wurde sie vor jeder Neumontage der Kühler erneut aufgetragen.
Kommen wir nun zur Auswertung der Messergebnisse. Wie man unschwer erkennen kann, wird der SK6 auf die Plätze verwiesen. Er schneidet im Schnitt 2-3 Grad schlechter ab. Vergleicht man die Werte des SK6 Normal mit denen des Swiftech Silent, so sieht man, dass sie fast identisch sind. Dazwischen liegen allerdings ca. 8 dBa und das ist deutlich zu Hören. Die Kombination YS 80 mm/Fanadapter und YS 92mm/Fanadapter konnten die in ihnen gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Selbst mit dem großen 92 mm Lüfter, der satte 86 m³/h Luftdurchsatz produziert, war die Kühlleistung geringer, verglichen mit dem 60 mm Silent mit nur 46 m³/h Luftdurchsatz. Die Ursache war schnell gefunden: Da der Fanadapter keine Trichterform aufweist, sondern „nur“ als gerades Blech mit einem 60 mm-Ausschnitt ausgeführt ist, verpufft ein Großteil des Luftstroms wirkungslos. Und somit bewahrheitet es sich mal wieder – es kommt doch nicht auf die Größe an ;-)
Ein ebenfalls vorliegender 120 mm Lüfter mit passendem Fanadapter konnte nicht getestet werden. Er passte noch nicht einmal in mein Gehäuse. Man sollte also vor dem Kauf einer solchen Kombination genau prüfen, ob der Einbau keine Probleme verursacht. Oder besser: Der User kann die Anschaffung sogleich ausschließen, da der Luftdurchsatz des mächtigen Lüfterrades an der Konstruktion des einfachen Bleches scheitert. Vergleicht man meine Messungen des SK6 mit denen von Holger und dessen SK6, (siehe Alpha Pal 8045 Review) so erkennt man, bei gleichen Lüftern eine Differenz von ca. 6C°. Einige von euch werden sich nun Fragen, wie das sein kann. Die Antwort ist ganz einfach: Die Bauteile sind zwar nach Fertigstellung von der Funktion her identisch, allerdings sind gewisse Toleranzen völlig normal. In unserem Fall sind die beiden Hauptverursacher, der Winbondchip, welcher für die Temperaturauslesung zuständig ist und die CPU selbst (es handelt sich zwar um den gleichen XP1800+, allerdings nicht um den selben). Somit kommen wir auf die oben genannte Temperaturdifferenz von 6°C.

Fazit
Fällt kurz und knapp aus!
Bei dem Swiftech MCXC 370 hantelt es sich einen qualitativ hochwertigen Kühler, der über ein innovatives Befestigungssystem verfügt. Er weist sehr gute Kühleigenschaften mit genügend Reserven für schnellere CPU’s auf. Werden stärkere (und lautere!) Lüfter verwendet, steht dem Overclocking nichts im Wege.
Die Fan-Adapter können wir jedoch nicht empfehlen. Mit einem großen Lüfter gegen ein flaches Blech mit 6 cm Loch in der Mitte zu blasen, macht unserer Ansicht nach wenig Sinn.

Gruß an alle
Euer Städler


www.Au-Ja.de Wertung: Silber

Die getesteten Kühler und Lüfter sowie die Fan-Adapter können bei unserem Partner Maxbyte bezogen werden.

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